WKÖ-Vize RfW-BO Amann fordert Einführung eines Teilkrankenstands nach Schweizer Vorbild

"Die Entscheidung, ob ein Arbeitnehmer in Teilkrankenstand geht, muss aber bei Arzt und Arbeitnehmer liegen und kann nicht vom Unternehmen diktiert werden."

Wien (OTS) - "Die gesamtwirtschaftlichen Kosten von Krankenständen belaufen sich pro Jahr auf rund 17,6 Milliarden Euro. 7,7 Milliarden machen allein die volks- und betriebswirtschaftlichen Kosten aus. Die Anzahl an Krankenstandstagen und Krankmeldungen ist gerade für die mittelständische Wirtschaft ein enorm belastender Faktor", so WKÖ-Vizepräsident RfW-Bundesobmann Fritz Amann. Er fordert die Einführung des Teilkrankenstandes, nach einem Modell, das in der Schweiz seit Jahren erfolgreich praktiziert wird.

Durch die Einführung eines Teilkrankenstands könnten nicht nur die Krankengeld-Auszahlungen stark reduziert, sondern auch die Fehlzeitkosten in den Betrieben deutlich gesenkt werden."Immerhin muss die Arbeit von einem anderen Mitarbeiter zusätzlich geleistet werden, der sich eventuell in der Materie nicht so gut auskennt. Zudem kann er in dieser Zeit nicht ausschließlich seiner "produktiven" Arbeit nachgehen. Damit sinkt die Produktivität des "Arbeitsplatzes", was das Unternehmen noch zusätzlich Geld kostet", so Amann.

Krankenstand sei außerdem nicht immer mit völliger Arbeitsunfähigkeit gleichzusetzen. In manchen Fällen, wie etwa bei den in den letzten Jahren zunehmenden psychischen Erkrankungen sei es für den Genesungsprozess manchmal sogar förderlich, wenn der Kontakt zur Arbeitswelt nicht ganz verloren gehe. "Die Entscheidung darüber, ob ein Arbeitnehmer in Teilkrankenstand geht, muss aber von Arzt und Arbeitnehmer getroffen werden. Das Unternehmen hat die Entscheidung zu akzeptieren", präzisiert Amann.

"Im Rahmen der ärztlichen Unbedenklichkeit und wenn der Genesungsprozess nicht negativ beeinträchtigt wird, sollte es die Möglichkeit geben, dass Arbeitnehmer zeitlich begrenzte Tätigkeiten ausüben können. Besonders Langzeitausfälle, etwa nach Unfällen und Operationen, könnten so für beide Seiten entschärft werden", so Amann.

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