Junge Industrie: Reformunwilligkeit im Pensionssystem gefährdet Wohlstand

JI Mitterbauer: Zeichen für Pragmatismus und Generationengerechtigkeit - Menschen länger in Arbeit halten, alle Schlupflöcher in die Frühpension schließen

Wien (OTS) - "Die Junge Industrie will ein Zeichen für eine pragmatische und lösungsorientierte Politik setzen", begründete die Bundesvorsitzende der Jungen Industrie (JI) Dr. Therese Mitterbauer die heute, Mittwoch, vorgestellten gemeinsamen Forderungen der JI und des Österreichischen Seniorenbundes (ÖSB) für ein nachhaltiges und generationengerechtes Pensionssystem. "Der akute Handlungsbedarf im Bereich der Pensionen steht außer Streit. Wir sind es leid, dass im Pensionsbereich immer wieder versucht wird, einen Konflikt Jung gegen Alt herbei zu schreiben bzw. zu reden. Weder die Älteren noch die Jüngeren wollen, dass der Schuldenrucksack für die jüngeren und zukünftigen Generationen zu groß wird", betonte Mitterbauer. Als Interessenvertretungen hätten JI und ÖSB zwar "natürlich oftmals sehr unterschiedliche Meinungen und politische Positionen, wir sind aber überzeugt, dass es wichtiger denn je ist, das Gemeinsame über das Trennende zu stellen."

Es sei nämlich bei nüchterner Betrachtung der Tatsachen evident, dass die aktuell noch relativ gute Position Österreichs keine Selbstverständlichkeit sei. "Die Pensionen sind nur ein Aspekt, ob im Bereich der Verwaltung, der Gesundheit oder etwa der Bildung: Die Reformunwilligkeit der heimischen Politik gefährdet massiv unsere Wettbewerbsfähigkeit und unseren Standort." Dabei seien in allen Bereichen sowohl die größten Probleme als auch mögliche Lösungen hinreichend bekannt. "Im Pensionssystem weiß jeder wo der Schuh drückt: Wir gehen schlicht zu früh in Pension", wie Mitterbauer ausführte. Es müssten daher in Österreich "alle potenziellen Schlupflöcher in die Frühpension ohne jede Ausnahme abgeschafft werden". Tatsächlich bestehe aber in Österreich die Tendenz, Provisorien dauerhaft zu verlängern, wie die Bundesvorsitzende mit Blick auf die "Hacklerregelung" oder auch die "Altersteilzeit" feststellte.

Umdenken in Industrie

"Wir müssen alles tun, um die Menschen länger in Arbeit zu halten. Dabei sind wir alle gefordert." In der Industrie habe dieses Umdenken bereits begonnen, allerdings sei auch die Politik dazu aufgerufen, für die notwendigen Rahmenbedingungen zu sorgen, so Mitterbauer: "Wir brauchen faire und praktikable Gleitpensionsmodelle - die 'Altersteilzeit' kommt in der jetzigen Form allzu oft den Falschen zugute. Wir brauchen weiters stärkere Abschläge bei Frühpensionierungen, die möglichst rasche Abschaffung der 'Hacklerregelung' sowie von allen Privilegien, wie etwa auch bei ÖBB und OeNB." Zudem sollten, im Sinne der Generationengerechtigkeit, alle Reformen u.ä. im Pensionssystem IMMER mit Jung und Alt gemeinsam diskutiert werden.

Die Junge Industrie werde jedenfalls die zwischen ÖSB und JI paktierten Forderungen an die österreichischen Jugendorganisationen herantragen, um für möglichst großen Druck auf die Politik zu sorgen:
"Selbst wenn es uns gelingt nur einige wenige Maßnahmen auf breiter Basis außer Streit zu stellen, wäre dies ein wichtiges Signal an die Politik. Wir verlangen von der Politik endlich den Mut, auch Dinge zu tun, die nicht unbedingt populär, aber eben dringend notwendig sind. Alles andere wäre ein Schlag gegen die Zukunft dieses Landes und die jüngeren Generationen", so Mitterbauer.

Die gemeinsamen Forderungen von JI und ÖSB finden Sie ab 16.30 Uhr als Download auf: www.jungeindustrie.at

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