Scheele: Mit dem Suchtplan 2011-2015 wird Angebot der Suchtarbeit in NÖ weiter ausgebaut

Suchtkranke können zukünftig noch besser erreicht werden - Präventionsarbeit bleibt Schwerpunkt

St. Pölten (OTS) - Nachdem die Landesregierung Ende des Vorjahres den neuen Niederösterreichischen Suchtplan 2011-2015 beschlossen hat, trafen diese Woche Gesundheits- und Soziallandesrätin Mag.a Karin Scheele und der Suchtbeauftragte des Landes Niederösterreich, Primar Dr. Bernhard Spitzer, zu einem ersten Arbeitsgespräch zusammen. Thema war die möglichst rasche und effiziente Umsetzung der Zielsetzungen, die im neuen fünfjährigen Suchtplan der Fachstelle für Suchtprävention verankert wurden.

Die Statistiken zeigen, dass Suchtkrankheiten vor keiner Altersgrenze und keiner sozialen Schicht halt machen. Landesrätin Karin Scheele betonte: "Sucht ist eine schwere psychische Erkrankung und niemand ist davor gefeit suchtkrank zu werden. Die Auswirkungen betreffen seelische, körperliche und soziale Aspekte des menschlichen Lebens. Daher ist es mir sehr wichtig, Suchtarbeit ganzheitlich und umfassend auszurichten. Primar Dr. Spitzer präzisierte: "Der vorliegende Suchtplan ist eine notwendige Überarbeitung der strategischen Basis unserer Arbeit mit Suchtkranken. Zahlreiche Maßnahmen wurden weiterentwickelt und dem heutigen Stand der medizinischen und psychologischen Erkenntnisse in der Suchtforschung und Therapie angepasst."

Neben den bewährten Maßnahmen in den Bereichen Suchtvorbeugung, Beratung und Therapie wurden nun auch die Aspekte soziale Integration sowie Qualitätssicherung und Dokumentation als Grundsäulen des Plans eingearbeitet. In vielen Bereichen kann auf Bestehendes aufgebaut werden und einige Ziele konnten in den letzten Jahren bereits verwirklicht werden. Laut Landesrätin Scheele etwa im Bereich der Beratung und Therapie: "Mit dem Abschluss des flächendeckenden Ausbaus der Suchtberatungsstellen in Niederösterreich ist uns im Jahr 2009 ein großer Schritt gelungen. Im Bereich der betrieblichen Gesundheitsvorsorge konnten wir ebenfalls Suchtberatungen etablieren. Und erst seit wenigen Monaten steht im LKH Amstetten-Mauer mit der neuen Drogenentzugsstation eine vergrößerte Bettenkapazität zur Verfügung." Trotzdem hat man sich mit dem neuen Suchtplan weitere Ziele gesteckt, etwa das Schaffen von neuen Therapieangeboten für Kinder und Jugendliche.

Ein Aspekt, der Gesundheitslandesrätin Scheele besonders am Herzen liegt, ist die Präventionsarbeit. Auch hier gibt es zahlreiche neue Ansätze, vor allem bei der Vorbeugungsarbeit mit Jugendlichen und in Zusammenarbeit mit Schulen. Karin Scheele, die erst vor zwei Wochen ihre neue Initiative "Gesund durch die Schwangerschaft ohne Alkohol" präsentierte, nimmt besonders die beiden legalen und so genannten "gesellschaftlich anerkannten" Drogen ins Visier: "Gerade bei Alkohol und Nikotin haben wir in Niederösterreich unsere Vorstellungen noch nicht erfüllt. In der letzten breit angelegten Umfrage aus dem Jahr 2008 unter niederösterreichischen Jugendlichen gaben mehr als 40 Prozent der 15-Jährigen und über zehn Prozent der 13-Jährigen an, mindestens einmal in der Woche Alkohol zu konsumieren. Auch die Daten zum Tabakkonsum unserer Jugendlichen unterstreichen die Bedeutung früh einsetzender Präventionsprogramme. Mehr als ein Drittel der befragten 15-Jährigen und immerhin noch 15 Prozent der 13-Jährigen greifen zumindest gelegentlich zu einer Zigarette."

Neben Alkohol und Nikotin sowie illegalen Drogen und Medikamenten soll verstärkt auch auf substanzungebundene Suchtformen, etwa Glückspielsucht, Essstörungen und PC-Sucht eingegangen werden. "Gerade wenn wir von Suchtprävention bei Jugendlichen sprechen, müssen wir am Puls der Zeit bleiben und dürfen auch relativ neue Suchtformen wie etwa Internet-Sucht nicht vergessen. In diesem Sinne bin ich der festen Überzeugung, dass wir mit dem neuen Suchtplan 2011-2015 am Puls der Zeit sind und eine gute Grundlage für die Suchtarbeit der nächsten fünf Jahre geschaffen haben. Es liegt nun aber auch an uns, die Sucht gesellschaftlich zu enttabuisieren, Vorurteile gegenüber Suchtkranken abzubauen und ehemals Betroffenen den Weg in ein geordnetes Leben zu erleichtern."

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