Landwirtschaft fordert fachliche Diskussion in Tierschutzdebatte

Kammer und Verband der Schweinebauern regen Expertenrunde bei Gesundheitsminister an

Wien (OTS/aiz.info) - Die Landwirtschaftskammer Österreich (LK Ö) und der Verband Österreichischer Schweinebauern (VÖS) laden Gesundheitsminister Alois Stöger in einem gemeinsamen Brief ein, in einer Expertengruppe die fachliche Diskussion in der Tierschutzdebatte um die sogenannten Ferkelschutzkörbe zu vertiefen. "Die Branche ist gerne bereit zu einer internen Fachdiskussion. Deshalb regen wir bei Gesundheitsminister Stöger die Einrichtung einer Expertenrunde mit nationalen und internationalen Fachleuten, Branchenvertretern, Tierschützern und Rechtsexperten an", so Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski.

Landwirtschaftskammer und VÖS verweisen in dem Brief auf eine Reihe von Forschungsberichten in mehreren EU-Mitgliedstaaten, eine Stellungnahme der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA sowie Studien von Wissenschaftern der Universitäten für Bodenkultur und Veterinärmedizin, die für eine gesamthafte Betrachtung und Bewertung der Bewegungssituation von Zuchtsauen während des kurzen Zeitabschnitts in der Säugephase ihrer Ferkel zu berücksichtigen seien.

Diese kommen zum Schluss, dass die zeitlich beschränkte vorübergehende Bewegungseinschränkung für das Muttertier als vertretbar anzusehen sei, weil sie ausschließlich dem Schutz der Ferkel in der Geburtsphase sowie vor dem Erdrücken in den ersten Lebenstagen und vor Verletzungen diene. Weiters würden zwar Alternativen gesucht, diese seien jedoch zurzeit noch entweder in Entwicklung und Prüfung oder noch nicht wettbewerbsfähig oder aus Gründen des Tierschutzes, des Managements und der Wirtschaftlichkeit nicht allgemein akzeptiert. Deshalb habe sich die EU bisher auch noch nicht veranlasst gesehen, ihre aktuell geltende und in Österreich umgesetzte Richtlinie zu den Mindestanforderungen für den Schutz von Schweinen zu ändern.

"Wir fordern deshalb, statt eines nationalen Alleinganges, der angesichts der angespannten Wettbewerbssituation in der EU zu existenziellen Problemen für die österreichischen Schweinehalter führen würde, eine vertiefte Expertendiskussion, die die gesamthafte Betrachtung der Problemstellung ermöglicht", so Wlodkowski. (Schluss)

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