Kadenbach: Europa braucht gerechte und ökologische Agrarreform

EU-Abgeordnete fordert grundlegende Überarbeitung der Finanzierungsinstrumente im Nahrungsmittelbereich

Wien (OTS/SK) - Anlässlich des gestrigen Besuches von Agrarkommissar Ciolos in Österreich betont die SPÖ-EU-Abgeordnete Karin Kadenbach die Wichtigkeit einer nachhaltigen Reform der gemeinsamen Agrarpolitik, die einerseits den ökologischen Aspekt hervorhebt und andererseits Gerechtigkeit bei den Fördergeldern herstellt. Ebenso wichtig sei, dass Maßnahmen gegen die schwankenden Preise bei Agrarrohstoffen getroffen werden. "Es ist erfreulich, dass auch der Agrarkommissar Initiativen setzen will, um die Preisschwankungen abzufedern, das kann aber nur ein erster Schritt sein", so Kadenbach, die daher eine grundlegende Überarbeitung der Finanzierungsinstrumente im Nahrungsmittelbereich fordert, konkret vor allem ein Mandat für eine Aufsichtsbehörde zur Einschränkung der Spekulation. Es müsse internationale Aufgabe, und damit auch Aufgabe der EU sein, diesem "zutiefst besorgniserregenden Trend entgegenzuwirken", forderte Kadenbach am Dienstag.

Hinsichtlich der Vorschläge zur Reform der gemeinsamen Agrarpolitik merkt Kadenbach an, dass man hier nicht nur mit Schlagworten operieren dürfe, sondern dafür Sorge tragen müsse, dass faire Bedingungen für die Landwirte gegeben sind. "Eine Kontrollvereinfachung, wie sie Minister Berlakovich vorschlägt, mag vielleicht gut klingen. Es gilt aber, die richtige Balance zwischen dem Abbau von Bürokratie und dem sachgemäßen Einsatz von Steuermitteln sicherzustellen", unterstreicht Kadenbach. Des Weiteren weist die EU-Abgeordnete darauf hin, dass auch das Stichwort der "grünen Landwirtschaft" nicht zu einer Worthülse verkommen darf. "Bei einer zukünftigen Agrarreform müssen vor allem die Faktoren der Biodiversität und der Ökodienstleistungen in den Mittelpunkt der Überlegungen gestellt werden", so Kadenbach.

Insgesamt müsse darauf geachtet werden, dass auch die Wünsche der Konsumentinnen und Konsumenten in die Überlegungen zu Reformen einfließen. "Das bedeutet eine ehrliche Landwirtschaft ohne Gentechnik und ein Verbot von Fleisch von Klontieren. Die Bürgerinnen und Bürger müssen sich auch in Zukunft darauf verlassen können, hochwertige landwirtschaftliche Produkte zu erhalten, bei denen jegliche Gesundheitsgefährdung ausgeschlossen ist", bemerkt Kadenbach, die auch Mitglied im Ausschuss für Umwelt, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit ist. (Schluss) sc/mp

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