AGES: Produktwarnung "Kärntner Speckverhackertes"

In einer Probe "Kärntner Speckverhackertes" der Firma Ilgenfritz GmbH & Co. KG, vertrieben durch die Firma Hofer KG, wurde eine Kontamination Listerien festgestellt.

Wien (OTS) - Die AGES gibt im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit bekannt, dass im Produkt "Kärntner Speckverhackertes", der Firma Ilgenfritz GmbH & Co. KG, vertrieben durch die Firma Hofer KG, eine Kontamination mit Listerien festgestellt wurde. Die Höhe der Kontamination liegt mit 5400 KbE/g deutlich über dem für verzehrsfertige Produkte festgelegten Grenzwert (100 KBE/g am Ende der Haltbarkeitsdauer). Das Produkt wurde somit als gesundheitsschädlich beurteilt; vor einem Verzehr der Ware wird ausdrücklich gewarnt. Das Unternehmen hat am 14.02.2011 bereits eine Rückholaktion veranlasst und eine öffentliche Warnung durchgeführt, die aber keine Angaben zur Gesundheitsschädlichkeit enthält.

Bezeichnung der Ware: Kärntner Speckverhackertes

Mindesthaltbarkeitsdatum: 15.04.2011

Hersteller: Ilgenfritz GmbH & Co. KG

Vertreiber: Hofer Kommanditgesellschaft

Diese Warnung besagt nicht, dass die Gesundheitsschädlichkeit der Ware vom Erzeuger, Hersteller, Importeur oder Vertreiber verursacht worden ist. Die AGES ersucht VerbraucherInnen, noch vorhandene betroffene Produkt keinesfalls zu verzehren, sondern umgehend zu entsorgen bzw. in der Verkaufsstelle zu reklamieren. Die amtliche Lebensmittelaufsicht der Länder setzt weitere Maßnahmen.

Was sind Listerien

Listerien sind hinsichtlich ihres Lebensraums anspruchslose und widerstandsfähige Bakterien. Auf Grund ihrer für Bakterien ungewöhnlichen Fähigkeit zu Wachstum bei niedrigen Temperaturen können sich Listerien auch im Kühlschrank vermehren. Lebensmittel tierischer Herkunft wie Rohmilch, Weichkäse, Räucherfisch oder rohes Fleisch und Geflügel können z. B. beim Melken und Schlachten, aber auch in der Weiterverarbeitung, verunreinigt werden.

Bei gesunden Erwachsenen verläuft eine Infektion meist ohne Krankheitszeichen bzw. als Durchfall. Im Allgemeinen schützt das menschliche Immunsystem ausreichend gegen schwere Krankheitsverläufe und viele Infektionen gehen praktisch unbemerkt und ohne besondere Folgen vonstatten.

Schwere Erkrankungen kommen meist nur bei immungeschwächten Menschen vor (Krebserkrankungen, bei hochdosierter Cortisontherapie usw.). Bei ihnen äußert sich eine Erkrankung in heftigen Kopfschmerzen, starkem Fieber, Übelkeit und Erbrechen. In der Folge kann es zu Hirn- bzw. Hirnhautentzündung oder einer Sepsis (Blutvergiftung) kommen, die bei rund einem Viertel der Patienten tödlich enden.

Bei Schwangeren verläuft die Erkrankung meist unauffällig, allerdings besteht die Gefahr einer Infektion des ungeborenen Kindes mit dem Risiko, dass es zu einer Früh- oder Totgeburt kommt. Infizierte Säuglinge erkranken häufig an einer Hirnhautentzündung.

Die Inkubationszeit, d. h. die Zeit zwischen der Aufnahme der Bakterien und dem Auftreten schwerer Krankheitsbeschwerden, liegt meistens bei drei Wochen. In seltenen Fällen kann die Erkrankung aber auch erst nach bis zu 70 Tagen auftreten. Wenn Beschwerden auftreten (Fieber, heftige Kopfschmerzen, Durchfall, grippeartige Symptome) sollte ein Arzt aufgesucht und auf den Verzehr eines möglicherweise Listerien-kontaminierten Lebensmittels hingewiesen werden. Der behandelnde Arzt kann dann eine Listerieninfektion in seine differentialdiagnostischen Überlegungen einbeziehen und bei Notwendigkeit einer Antibiotikabehandlung ein Antibiotikum (z. B. Amoxicillin) wählen, das auch auf Listerien optimal wirkt.

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