BRD: Kartellamt untersucht Nachfragemacht des Einzelhandels

Vier Größten kontrollieren 85% des Marktes - Konzentration in Österreich noch höher

Wien (OTS/aiz.info) - In Deutschland hat das Bundeskartellamt eine Untersuchung der Einkaufsmacht des Lebensmitteleinzelhandels eingeleitet. Wie die Behörde heute bekannt gab, stehen die Wettbewerbsbedingungen auf den Beschaffungsmärkten für Nahrungs- und Genussmittel im Fokus der Untersuchung. Der Präsident des Kartellamtes, Andreas Mundt, wies darauf hin, die vier größten Handelsunternehmen würden inzwischen 85% des Absatzmarktes in Deutschland auf sich vereinen. In Österreich ist übrigens die Konzentration noch höher. Hierzulande verfügten laut Nielsen die drei Größten - Rewe (inklusive Adeg), Spar und Hofer - bereits 2009 über einen Marktanteil von rund 83%.

Der fortschreitende Konsolidierungsprozess führe in Deutschland nicht nur auf den Absatz-, sondern auch auf den Beschaffungsmärkten zu einer starken Konzentration zugunsten der führenden Handelsunternehmen. Die Sektoruntersuchung solle mehr Licht in die Machtverhältnisse im Handel und in sein Verhältnis zu den Herstellern bringen. Dabei werden auch die Beschaffungskooperationen der Unternehmen in den Fokus rücken. Anhand von ausgewählten Produktgruppen soll geklärt werden, welche Marktposition den einzelnen Händlern einschließlich ihrer Kooperationspartner zukommt. Das Kartellamt wies ausdrücklich darauf hin, die Branchenuntersuchung sei kein Verfahren gegen bestimmte Unternehmen.

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) hatte im Dezember 2009 eine Studie vorgelegt, wonach der Einzelhandel nicht über eine einseitige Nachfragemacht zulasten seiner Lieferanten verfüge. Die Hersteller von Konsumgütern hätten zahlreiche Alternativen zum Absatz ihrer Produkte, wurde betont. Laut Angaben des HDE würden beispielsweise nur 22% der Fleischproduktion über den Lebensmitteleinzelhandel vertrieben.
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