Opferschutzanwaltschaft: Bisher meldeten sich mehr als 800 Betroffene

Missbrauchsopfer sollen sich bis 31. Mai melden, ab Juni nehmen diözesane Ombudsstellen Meldungen entgegen - Kommission entscheidet weiterhin über Entschädigungszahlungen

Wien, 14.02.11 (KAP) Mehr als 800 Betroffene haben sich bisher bei der Unabhängigen Opferschutzanwaltschaft unter der Leitung von Waltraud Klasnic gemeldet: Das teilte die Unabhängige Opferschutzkommission am Montag in einer Aussendung nach ihrer 15. Sitzung mit. Im Zuge des Treffens waren 38 "Entschädigungsentscheidungen" getroffen worden: Somit stieg die bisherige Gesamtzahl auf 167, wie es hieß. Die Einrichtung appellierte an Betroffene, sich bis 31. Mai dieses Jahres zu melden:
Die Kommission werde zwar "selbstverständlich weit über diesen Zeitpunkt hinaus zur Verfügung stehen" und Entschädigungsentscheidungen treffen; Meldungen von Betroffenen würden ab Juni aber von den im Vorjahr eingerichteten, unabhängig gestellten diözesanen Ombudsstellen entgegengenommen.

Die Unabhängige Opferschutzanwaltschaft und die Kommission wurden im April 2010 als temporäre Einrichtung ins Leben gerufen. Ursprünglich seien Betroffene eingeladen worden, sich bis Jahresende 2010 mit der Unabhängigen Opferschutzanwaltschaft in Verbindung zu setzen:
Aufgrund der "gerade rund um den Jahreswechsel angestiegenen Intensität der Meldung und um sicherzustellen, dass Betroffene auch längerfristig einen offenen und einfachen Zugang haben", sei die Frist nun bis Ende Mai ausgeweitet worden.

Die Einrichtungen kündigten an, ihre Aktivitäten weiter zu intensivieren: "Dennoch kann und wird es auch zu längeren Wartezeiten kommen", hieß es. Man wisse, dass dies für Betroffene belastend sei, bitte aber um Verständnis dafür, dass Entscheidungen über individuelle Schicksale eine gewisse Zeit benötigten, appellierte Klasnic. Sie wies auch darauf hin, dass jedes Rechtsverfahren länger dauern würde und komplexer sei "als das Clearingverfahren und die unbürokratische Plausibilitätsprüfung" der Kommission.

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