- 14.02.2011, 11:11:35
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Bund hungert Agrarschulen aus - Landwirtschaftslehrergewerkschaft verärgert
Wien (OTS) - Der neue Vorsitzende der
Landwirtschaftslehrergewerkschaft, Dominikus Plaschg (FCG),
kritisiert die Haltung des Landwirtschaftsministers, die
landwirtschaftlichen Schulen der Länder quasi finanziell aushungern
zu wollen. Das Argument, dass die Kosten für den Bund deswegen zu
hoch seien, weil zu viele Schüler/innen das 9. Pflichtschuljahr in
diesen Schulen absolvieren würden, lässt Plaschg nicht gelten: "Denn
für den Bund ist das ein Nullsummenspiel. Die Schüler/innen, die aus
dem landwirtschaftlichen Schulwesen hinausgedrängt werden, kommen bei
der anderen Tür im übrigen Regelschulwesen wieder herein."
Finanziell würde der Bund sogar von der derzeitigen Situation
profitieren, da die Länder den Löwenanteil bei dieser Ausbildung
tragen würden (Gebäude, Personal zur Gänze, Lehrerkosten zu 50%) im
umgekehrten Fall wären Kosten zu 100% beim Bund.
Es sei vielmehr so, dass das Geld, das der Landwirtschaftsminister
vom Finanzminister für Landwirtschaftlehrer erhält, plötzlich ein
Mascherl bekommen würde und vom "Bildungsgeld" zum "Bauerngeld"
mutiere.
Plaschg wörtlich: "Dieses Bildungsgeld den Ländern vorenthalten zu
wollen, ist ein untragbarer Zustand. Dies führt in einzelnen
Bundesländern zu abenteuerlichen Einsparungen bis hin zu
Schulschließungen. Außerdem wird dabei der gesetzliche
Finanzausgleich (FAG 2008) schlicht ignoriert, der 50% des
Aktivitätsaufwandes für die Lehrer als Bundesbeitrag vorsieht und
keinen gedeckelten Fixbetrag".
Die mittleren Landwirtschaftsschulen tragen laut Plaschg
wesentlich zur flächendeckenden Bewirtschaftung und Weiterentwicklung
des ländlichen Raums sowie zu Sicherung der Lebensgrundlagen und
Ernährung der Gesellschaft bei. Das Angebot an Ausbildungsplätzen sei
hier weiter zu entwickeln, da nicht nur der Bedarf an
landwirtschaftlich ausgebildeten Fachkräften als Betriebsführer/in,
sondern auch jener für die landwirtschaftsnahen Wirtschaftszweige
sowie nachgelagerten Verwertungs- und Verarbeitungsbetriebe im
Steigen begriffen sei.
Rückfragehinweis:
Dipl.-Päd. Ing. Dominikus Plaschg
Vorsitzender der Bundesleitung 27,
Gewerkschaft der Landwirtschaftslehrer/innen
Tel.: 0664/441 29 08
E-Mail: dominikus.plaschg@stmk.gv.at
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