Paul-Watzlawick-Ehrenring 2011 an Friedrich Achleitner

Der Architekturexperte, Schriftsteller und Polyhistor erhält renommierte Wissenschaftsauszeichnung der Ärztekammer für Wien

Wien (OTS) - Friedrich Achleitner, der erst vor wenigen Monaten
sein Opus magnum "Österreichische Architektur im 20. Jahrhundert, Band 1-3" abgeschlossen hat - eine einzigartige Dokumentation der Bauten in Österreich im 21. Jahrhundert -, ist der diesjährige Preisträger des Paul Watzlawick Ehrenrings der Ärztekammer für Wien. ****

Eine Fachjury unter dem Vorsitz des früheren Wissenschaftsministers und Präsidenten des Europäischen Forum Alpbach, Erhard Busek, hat Achleitner einstimmig nominiert. "Friedrich Achleitner ist eine hochkomplexe, hochbegabte und gleichzeitig bescheidene Persönlichkeit. Mit seiner Literatur hat er wesentlich zur Sprach- und Gesellschaftskritik beigetragen. Als Architekturkritiker war er ein barmherziger Verfechter des Außergewöhnlichen und des lebensgerechten Bauens, als Architekturhistoriker hat er nahezu Unfassbares geleistet: seine dreibändige Geschichte der österreichischen Architektur ist ein Mammutwerk. In diesem Sinne hat er Paul Watzlawicks Ansätze weiterentwickelt: neue Sichten auf die uns umgebende Realität."

Der Paul Watzlawick Ehrenring ist eine Hommage an den großen österreichischen Philosophen, Psychoanalytiker und Kulturtheoretiker Paul Watzlawick, der wie kaum ein anderer die Wahrnehmungsästhetik revolutioniert und den Dialog zwischen Natur- und Geisteswissenschaften gefordert hat. "Er war eine der großen österreichischen Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts, und er ist auch Vorbild für uns Ärztinnen und Ärzte im Dialog mit unseren Patienten. Er lehrte uns zuhören, Empathie und die Notwendigkeit der Synchronisation von Aussagen", so Walter Dorner, Präsident der Ärztekammer und Initiator des Ehrenrings.

Die Laudatio anlässlich der Preisverleihung am 14. März 2011 wird Christian-Hubert Ehalt, Begründer der Wiener Vorlesungen, halten:
"Achleitner ist ein origineller Autor, Architekturhistoriker, Architekturkritiker und überzeugter Teilnehmer der Zivilgesellschaft. Diese ganz unterschiedlichen Facetten fließen bei Achleitner ganz organisch zu einer Gesamtpersönlichkeit, die durch Originalität, Innovationsgeist, Authentizität, Sprachmächtigkeit, Differenzierungsvermögen und der Fähigkeit, Sachverhalte so klar und einfach wie möglich auszudrücken, geprägt ist."

Ehalt kennt Achleitner von seiner architekturhistorischen Arbeit und von vielen gemeinsamen Diskussionen und Projekten sehr genau. "Ich bin jedes Mal überrascht von seiner intellektuellen Schärfe, seiner Kreativität und Spontanität und vor allem von seiner unbedingten Fairness und der durch Einsicht und Verständnis geprägten menschlichen Ausstrahlung, die jedes Gespräch, jede Veranstaltung, jede Diskussion positiv beeinflusst, an der Achleitner teilnimmt. Und: Achleitner kann sich zurücknehmen. Er ist alles andere als monomanisch. Die Sache, das Objekt und das Projekt waren und sind ihm stets wichtiger", so Ehalt.

In einer Reihe mit Rüdiger Safranski und Aleida Assmann

Vor Achleitner wurden der Kulturphilosoph Rüdiger Safranski, die Kulturanthropologin Aleida Assmann und der Soziologe Peter L. Berger mit dem Ehrenring bedacht. In einer ersten Stellungnahme zeigte sich Achleitner erfreut, "eine Auszeichnung in einer Reihe mit Safranski und Assmann zu erhalten, und es ist offensichtlich Anerkennung für meine grenzüberschreitenden Arbeiten." Er habe sich stets weder nur als Kritiker, Schriftsteller oder Sprachkünstler noch ausschließlich als Dokumentator gesehen, "sondern als jemand, der Mauern des Unverständnisses niederreißen möchte sowie Phantasie, Ratio und emotionale Wissenschaft in einen Diskurs bringen wollte. Dafür nehme ich diesen Ring mit Freude entgegen."

Der Paul Watzlawick Ehrenring, der in Hinkunft zweijährlich vergeben wird, ist eine der renommiertesten Wissenschaftsauszeichnungen im deutschen Sprachraum und einzigartig in seiner Philosophie. Es geht um den aktiven Dialog und Diskurs zwischen Natur- und Geisteswissenschaften, Human- und Gesellschaftswissenschaften und um das "ständige Bemühen um Dekonstruktion und Konstruktion", wie es ein Juror einmal formulierte. Der "physische" Ring - eine Anspielung und die Möbius-Schleife - wurde von der Meisterklasse Paolo Piva der Hochschule für Angewandte Kunst kreiert und wird für jeden Preisträger individuell gefertigt.

(S E R V I C E - Die Übergabe des Ehrenrings, verbunden mit einer "Wiener Vorlesung" von Friedrich Achleitner und der Laudatio durch Christian-Hubert Ehalt, findet am Montag, dem 14. März 2011, um 18.30 Uhr im Kuppelsaal der Technischen Universität Wien, 1040 Wien, Karlsplatz 13, bei freiem Eintritt statt. Nähere Informationen im Internet: www.watzlawickehrenring.at.)

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