Neues Volksblatt: "Beleidigung" (von Markus Ebert)

Ausgabe vom 10. Februar 2011

Linz (OTS) - Der Auftritt des (Selbst)Verteidigungsministers im ORF-Report hat vor allem eines bestätigt: Das derzeitige Pro-
blem der Koalition ist nicht die Debatte über die Wehrpflicht, sondern das Problem heißt Norbert Darabos. Auch die ÖVP stellt nicht in Abrede, dass man über die Zukunft des Bundesheeres und damit auch die Wehrpflicht nachdenken muss. Nur wie dieser Nachdenkprozess vom Heeresminister eingeleitet und gesteuert wurde, spottet jeder Diskussionskultur - was ja mittlerweile selbst hochrangige Genossen des Burgenländers unverhohlen eingestehen. Und dennoch stellt sich Darabos hin und sagt: "Ich hätte jeden Schritt wieder so gesetzt". Im Hinblick auf eine Heeresreform ist das nichts anderes als eine gefährliche Drohung.
Dass er, inmitten seines Scherbenhaufes eingebunkert, immer noch den Rechthaberischen mimt, ist das eigentlich Ärgerliche an Darabos. Er hat für jenes Chaos gesorgt, das der Regierung imagemäßig angelastet wird, aber eindeutig auf das Konto der SPÖ geht. Wie wenig Einsicht von Darabos zu erwarten ist, hat er mit einer anderen Aussage auch noch bewiesen: Er wolle kein Berufsheer, sondern ein Freiwilligenheer. Dieser Euphemismus ist wie so vieles in der Heeresdebatte eine Beleidigung jedes mitdenkenden Wählers.

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