WirtschaftsBlatt-Leitartikel: Ab Mai drohen an den Börsen Sommergewitter - von Alexander Hahn

Auf kurze Sicht steht die Börsenampel weiterhin auf Grün

Wien (OTS) - Vor zwei Jahren sahen wir noch in tiefe Abgründe: No Future für Wirtschaft und Börse war angesagt. Dann kam es freilich doch nicht so schlimm, sowohl Konjunktur als auch Aktienkurse erfingen sich überraschend schnell. Was klammheimlich als zarte Erholung nach dem großen Kursrutsch begann, hat sich inzwischen zu einer ausgewachsenen Hausse gemausert, bisher noch ohne großes Mediengetöse. Leitindizes wie der DAX oder der S&P-500 notieren inzwischen deutlich näher an ihren bisherigen Rekordständen als an ihren Tiefpunkten von Anfang 2009.

Bäume wachsen bekanntlich nicht in den Himmel und Ihr Aktienvermögen wird es leider auch nicht tun. Zwischen Erde und Himmelsreich ist aber zum Glück viel Platz, da müsste in den kommenden Monaten noch was drin sein an den Börsen. Der Saisonalität zufolge sollten wir bis Mai steigende Kurse sehen - angetrieben von der Kapitalflut, die hinter dem starken Momentum an den Aktien- oder auch Rohstoffmärkten steckt.

Wahrscheinlich wird die Rally also weitergehen, bis im Frühjahr -dann wahrscheinlich mit wachsender medialer Begleitmusik - ein Test der alten Höchststände von DAX, Dow & Co. ansteht. Dann wird das vorläufige Ende der Fahnenstange jedoch erreicht sein. Die Märkte hätten sich eine Verschnaufpause auch redlich verdient: In nur zwei Jahren aus dem Abgrund bis zum Allzeithoch, alle Achtung.

Zumal wir uns in der warmen Jahreszeit im Vorfeld erster Zinserhöhungen unserer Währungshüter befinden dürften, die mit zaghaften Zinsschritten so tun werden, als ob sie etwas gegen die steigende Inflation tun könnten. Eigentlich können sie es ja auch, nur würden entschlossene Zinserhöhungen wohl zu Defaults der verschuldeten und klammen Staaten beiderseits des Atlantiks führen. Da erscheint Inflation in Maßen vorerst als kleineres Übel, zumal diese ja auch umsatzsteuerpflichtig ist.

Mehr als ein reinigendes Gewitter an den Börsen sollte die zu erwartende Korrektur ab Sommer folglich nicht darstellen, selbst wenn dieses heftig ausfallen könnte. Kurzfristig steht die Börsenampel noch auf Grün, dank der spekulationsfreundlichen Wertpapier-KESt spricht auch steuerlich nichts dagegen, diesen Move mitzunehmen. Gegen langfristige Aktienengagements spricht sowieso nichts, schließlich stellen Firmenbeteiligungen in einem inflationären Umfeld ohnedies eine gute Wahl dar. Nur wenn mit nahenden Rekordhochs in den kommenden Monaten die Anfeuerungsrufe in den Medien zunehmen, ist Vorsicht mit Neuengagements geboten.

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