"KURIER"-Kommentar von Helmut Brandstätter: "Darabos im Pech"

Wenige trauen Darabos die Heeresreform zu. Sozialpartner wären Alternative.

Wien (OTS) - Mitleid. Irgendwann muss dieses Gefühl auftauchen, wenn man Norbert Darabos bei der Arbeit zusieht. Er bezieht täglich Prügel - und jetzt wendet sich auch noch die Krone von ihm ab. Da die "Unterläufel" ((C) Krone) noch immer nicht die Wehrpflicht abgeschafft hätten, müssten jetzt die Chefs ran, verlangt das Zentralorgan für Landesverteidigung aller Art. Da wird sich der Kanzler nicht verschließen können.
Aber Spitzengespräche machen nur Sinn, wenn sie sachlich, also nicht auf dem Boulevard ablaufen.
Zum Beispiel so: Die Wehrpflicht bleibt, aber es werden nur diejenigen Jungmänner eingezogen, die in einem reformierten Bundesheer gebraucht werden und denen ein hartes Training zugemutet werden kann. Alle anderen 18-Jährigen machen einen verpflichtenden Sozialdienst, ein halbes Jahr lang. Alle, also Männer und Frauen. In der Wirtschaftskammer werden Vor- und Nachteile eines Sozialhalbjahres bereits erörtert, die Österreicher sind ohnehin dafür.
Apropos Sozialpartner. Die haben zuletzt wichtige Reformen ausgehandelt, sachlich und ganz ohne öffentliches Getöse, zum Beispiel die Rot-Weiß-Rot-Card. Wenn es die Regierung nicht schafft, müssen eben die Sozialpartner auch das Bundesheer reformieren.

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