Langjährige Beziehungen sollen intensiviert werden Indische Staatspräsidentin empfängt österreichische Delegation

New Delhi (PK) - Auch im Gespräch, das Staatspräsidentin Pratibha Devisingh Patil und Nationalratspräsidentin Barbara Prammer Dienstagabend führten, kam das freundschaftliche Verhältnis zwischen Indien und Österreich deutlich zum Ausdruck. Zugleich herrschte Übereinstimmung darüber, dass die Kontakte im wirtschaftlichen wie im wissenschaftlichen Bereich ausgebaut
werden sollten. Der Empfang im Präsidentenpalast bildete zugleich den politischen Höhepunkt des Indien-Besuchs der österreichischen Parlamentarierdelegation. Nach einer Reihe von Gesprächen in der indischen Hauptstadt New Delhi ist die Gruppe mittlerweile nach Hyderabad weitergereist.

Präsidentin Patil verwies eingangs ihres Gesprächs mit Prammer
auf die langjährige herzliche Beziehung zwischen den beiden Staaten, die auf gemeinsamen Werten beruhe. Seitens Indiens
bestehe großes Interesse, diese Kontakte zu intensiveren. Auftakt dazu sei der Besuch von Bundespräsident Heinz Fischer im Jahr
2005 gewesen. Prammer erneuerte die damals von Fischer ausgesprochene Einladung zu einem Gegenbesuch in Österreich.

Detailliert ging die indische Staatspräsidentin auf die
gemeinsamen Anliegen ein, wobei sie die Terrorismusbekämpfung,
den Ausbau der Handelsbeziehungen, die Zusammenarbeit im Bildungsbereich und den Technologietransfer als vorrangig bezeichnete. Österreich verfüge beispielsweise über Technologie, die es ermögliche "saubere Energie" herzustellen, Indien weise Stärken auf dem IT-Sektor und in der pharmazeutischen Industrie auf. Ein besonderes Anliegen sei ihr aber der Austausch von Studentinnen und Studenten, betonte Patil. Die Nationalratspräsidentin sagte zu, sich in Österreich dafür einzusetzen, dass es vermehrt zu Kooperationen auf Universitätsebene komme.

Sichtlich erfreut zeigte sich Patil darüber, dass Prammer auf
ihrer Reise von einer Parlamentarierdelegation - dem Dritten Präsidenten Martin Graf (FPÖ) sowie den Abgeordneten Christine Muttonen (SPÖ), Ruperta Lichtenecker (Grüne) und Sigisbert Dolinschek (BZÖ) - begleitet wird. Der parlamentarischen
Diplomatie komme eine zunehmend wichtigere Aufgabe zu, meinte die indische Staatspräsidentin, weil sie die zwischenstaatlichen Beziehungen und die Demokratie stärke.

Viel diskutiert wird in Indien derzeit das Thema Frauenquote. Im Unterhaus des Parlaments liegt ein beschlussreifes Gesetz, wonach künftig 33 % der Abgeordneten Frauen sein müssen. Die indische Staatspräsidentin unterstrich die Bedeutung einer solchen gesetzlichen Regelung für die Emanzipation. Prammer bezeichnete diese Bemühungen als vorbildlich und berichtete, dass in Österreich der Frauenanteil innerhalb der Bundesregierung bei 42
% und im Parlament bei 28 % liege. Angesprochen auf ihre frühere Funktion als Frauenministerin, nannte Prammer den Abbau der Einkommensdifferenzen zwischen Männern und Frauen sowie die Vereinbarkeit von Beruf und Familie als ihre wichtigsten
Anliegen.

Staatspräsidentin Patil bedankte sich für die österreichische Unterstützung bei der Wahl Indiens zum nichtständigen Mitglied
des UN-Sicherheitsrates. Zugleich verwies sie aber auch auf das Interesse ihres Landes an einem ständigen Sitz in diesem Gremium. Österreich fühle sich als Staat mit UN-Sitz den Vereinten
Nationen gegenüber besonders verantwortlich und deren Reform sei ein ständiges Anliegen, sagte Prammer. In diesem Sinne müsse auch der Sicherheitsrat repräsentativer, demokratischer und transparenter werden. Am Ende der Diskussion werde stehen, wie
sich der Sicherheitsrat künftig zusammensetzen wird. Prammer:
"Sollte es neue Mitglieder geben, wäre Indien ein natürlicher Kandidat."

Die österreichische Delegation ist am Mittwoch in Hyderabad eingetroffen. Am Abend steht ein Treffen mit führenden Repräsentanten des Bundesstaates Andhra Pradesh auf dem Programm. Weiters ist eine Reihe von Gespräche mit Wirtschaftstreibenden
aus der Region geplant. (Schluss)

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