Mikl-Leitner: NÖ geht neue Wege bei Gefährdungssituationen im Behindertenbereich

Handbuch für Mitarbeiter in Behinderteneinrichtungen präsentiert

St. Pölten (OTS/NÖI) - "Neben einer optimalen Förderung und Unterstützung von Menschen mit Behinderungen ist es uns in Niederösterreich ein großes Anliegen, gerade jene Menschen, die auf unsere Unterstützung und Begleitung angewiesen sind, vor Gewalt und Verwahrlosung zu schützen. Daher haben wir es uns gemeinsam mit den Trägerorganisationen von Behinderteneinrichtungen in Niederösterreich zur Aufgabe gemacht, eine einheitliche Vorgehensweise bei Verdacht auf Gefährdung zu entwickeln", erklärte VP-Sozial-Landesrätin Mag. Johanna Mikl-Leitner bei der Präsentation des neuen Handbuches für den Umgang bei Verdacht auf Gewalt oder Vernachlässigung bei Menschen mit geistiger oder mehrfacher Behinderung.

"Dieses Handbuch ist einzigartig in ganz Österreich. Es bietet eine konkrete Handlungsanleitung für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Einrichtungen für Menschen mit Behinderung zur Gefährdungseinschätzung. Damit können wir die uns anvertrauten Menschen noch früher und noch besser vor Gewalt jeglicher Art schützen", so Mikl-Leitner.

Ein Fragebogen mit Ampelsystem (grün - gelb - rot) dient dabei der Einschätzung des Gefährdungsgrades bei Verdacht auf körperliche, psychische und sexuelle Gewalt oder Vernachlässigung eines Menschen mit Behinderung. "Dieses neue System wird von allen Trägerorganisationen verwendet und hilft sowohl präventiv als auch im Anlassfall, adäquat zu reagieren. Damit erhöhen wir die Sicherheit für die betreuten Menschen, aber auch auf Seiten der Betreuer und Organisationen", erklärt Mikl-Leitner.

In Niederösterreich werden derzeit rund 4.200 Personen mit besonderen Bedürfnissen in insgesamt 120 Tagesstätten betreut. Darüber hinaus sind 2.800 Personen in mehr als 100 Wohngruppen und Wohnhäusern in Betreuung. Ein Ausbauplan regelt, dass jedes Jahr 90 neue Wohnplätze und 65 Tagesbetreuungsplätze geschaffen werden. Rund 2.200 Menschen mit Behinderungen haben einen geschützten Arbeitsplatz, so Mikl-Leitner.

"Wir in Niederösterreich wollen all jenen Menschen helfen, die auf unsere Unterstützung und Begleitung angewiesen sind. Menschen mit Behinderungen sollen in unserem Bundesland möglichst eigenbestimmt ihren Platz als vollwertige Mitglieder in der Gesellschaft haben. Unsere Aufgabe ist es daher nicht nur, sie dabei bestmöglich zu fördern und zu unterstützen, unsere Aufgabe ist es auch, dass wir sie ganz speziell vor jenen schützen, die sie dieser Selbstbestimmtheit durch Gewaltanwendung berauben. Nur so kann Niederösterreich zu einer sozialen Modellregion werden, die diesen Namen auch verdient", betont Mikl-Leitner.

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