- 07.02.2011, 11:22:05
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Wunsch nach Austausch im Bildungsbereich Parlamentarierdelegation startet Arbeitsprogramm in Indien
New Delhi (PK) - Fragen der parlamentarischen Demokratie, der
Wirtschaftsbeziehungen und möglicher Kooperationen im
Bildungsbereich standen im Mittelpunkt der Gespräche, die eine
österreichische Parlamentarierdelegation am Montag in der
indischen Hauptstadt New Delhi führte. Dabei kam vor allem der
Wunsch nach Zusammenarbeit auf universitärer Ebene zur Sprache.
Am Morgen legte Nationalratspräsidentin Barbara Prammer an der
Gedenkstätte für Mahatma Gandhi im Raj Ghat einen Kranz nieder.
Der Besuch an diesem symbolträchtigen Ort bildete den Auftakt zum
umfangreichen Besuchsprogramm, das eine Parlamentarierdelegation
derzeit in Indien absolviert. Dieser gehören der Dritte
Nationalratspräsident Martin Graf sowie die Abgeordneten
Christine Muttonen (SPÖ), Ruperta Lichtenecker (Grüne) und
Sigisbert Dolinschenk (BZÖ) an.
Bereits am Morgen traf die Delegation Vertreter österreichischer
Unternehmen, die in Indien engagiert sind. Dabei kamen einige
Probleme zur Sprache, für deren Lösung die Manager um politische
Unterstützung warben. So sollten etwa die Verhandlungen über ein
Sozialversicherungsabkommen zwischen den beiden Staaten dringend
vorangetrieben werden, da die indische Gesetzgebung für
österreichische Arbeitnehmer von Nachteil sei. Weiters seien
Ausbildungskooperationen im universitären Bereich wünschenswert,
um die Probleme bei der Rekrutierung von qualifizierten
Arbeitskräften auszugleichen. Präsidentin Prammer versprach,
diese Anliegen umgehend an die Bundesregierung weiterzuleiten.
Der Minister für parlamentarische Angelegenheiten, Shri Pawan K.
Bansal, sprach beim Treffen mit der österreichischen Delegation
die lang anhaltenden guten Beziehungen zwischen den beiden
Staaten an und erinnerte in diesem Zusammenhang an den Anteil
Indiens am Zustandekommen des Staatsvertrags im Jahr 1955. Indien
entwickle sich wirtschaftlich hervorragend und habe große
Chancen, stellte Bansal fest, räumte zugleich aber ein: "Der
Ausbau der guten Wirtschaftsbeziehungen zwischen Österreich und
Indien ist sehr wichtig, wir haben das Potenzial noch nicht
ausgeschöpft."
Abgeordnete Christine Muttonen (S) erkundigte sich vor dem
Hintergrund des kürzlich abgeschlossenen Wissenschaftsabkommens
nach Möglichkeiten der Zusammenarbeit im wissenschaftlichen
Bereich. Solche seien vermehrt anzustreben, bestünden aber
bereits vereinzelt, informierte Minister Bansal. Als Beispiel
nannte er eine Kooperation im postgradualen medizinischen Bereich
zwischen der Universität in seiner Heimatstadt Chandigarh, der
Hauptstadt des Punjab, und der Universität Innsbruck.
Auch Oppositionsführerin Sushma Swaraj sprach die Bildung als
Schlüssel für eine gerechtere Gesellschaft an. Sie bezeichnete
die nach wie vor enormen wirtschaftlichen Unterschiede als
größtes Problem Indiens. Das rapide Wirtschaftswachstum komme
zwar langfristig der gesamten Bevölkerung zugute, doch das dauere
zu lange. In der Zwischenzeit werde die Kluft zwischen Reichen
und Ärmsten sogar größer statt kleiner.
Dritter Nationalratspräsident Martin Graf erkundigte sich, wie
sich die Sprachenvielfalt im parlamentarischen Alltag auswirke.
Laut Swaraj sind Hindu und Englisch die Arbeitssprachen, doch
könnten sich die Abgeordneten nach Voranmeldung auch in sechs
weiteren Sprachen zu Wort melden. Solche Beiträge würden dann
simultan übersetzt.
Zu Mittag traf die Delegation zu einem Meinungsaustausch über
aktuelle indische Themen mit Chefredakteuren indischer Zeitungen
zusammen. Am Nachmittag steht ein Treffen mit Abgeordneten des
parlamentarischen Ausschusses für auswärtige Angelegenheiten
sowie mit dem Vizepräsidenten der zweiten Kammer, Rahman Khan,
auf dem Programm. Am Abend kommt es zum Treffen mit
Parlamentspräsidentin Meira Kumar, mit dem
Nationalratspräsidentin Barbara Prammer den Besuch der indischen
Politiker im September 2009 erwidert.
Zum Auftakt des einwöchigen Indien-Aufenthalts statteten die
ParlamentarierInnen am Sonntag auf Einladung des indischen
Parlaments dem Taj Mahal einen Besuch ab. Das im 17. Jahrhundert
errichtete Grabmal ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten
Indiens und wurde 1983 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes
aufgenommen. (Schluss)
HINWEIS: Fotos von diesem Besuch finden Sie - etwas zeitverzögert
- auf der Website des Parlaments (www.parlament.gv.at) im
Fotoalbum.
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