"Kleine Zeitung" Kommentar: "Der Sieger heißt auf jeden Fall Österreich" (Von Michael Schuen)

Ausgabe vom 7.2.2011

Graz (OTS) - Angela Merkel kommt heute nicht unbedingt wegen der Eröffnung der alpinen Schi-Weltmeisterschaften nach Garmisch-Partenkirchen. Deutschland spitzt auf Olympia 2018, die Schi-WM ist dafür beste Werbung, denkt man sich. Auch wenn Olympia just in Garmisch-Partenkirchen auf wenig Gegenliebe stößt.

Olympische Winterspiele sind in Österreich nach mehreren Enttäuschungen im Rennen um Olympia - international wie auch intern -Tabuthema. Das Bestreben, selbst wieder einmal Gastgeber des olympischen Konzerts zu sein, wurde ad acta gelegt. "Unser" Olympia ist die Schi-WM. In zwei Jahren ist es ja wieder so weit, wenn Schladming die Rolle des WM-Ausrichters übernimmt. Und, ganz ehrlich, im Grunde passt das zu diesem Land weit besser als der olympische Gigantismus. Peter Schröcksnadel, allmächtiger Präsident des österreichischen Schiverbandes, hat einen Lieblingsspruch: "Schisport ist der einzige Sport, der nachhaltig Tourismus erzeugt." Zumindest in Kitzbühel weiß man das und erhielt im Vorjahr Bestätigung durch wachsende Besucherzahlen aus der Schweiz und Deutschland - nachdem ein Schweizer und ein Deutscher gewonnen hatten. Weil der Wintertourismus im Land und insbesondere in manchen Landesteilen die Lebensader der Wirtschaft und die Grundlage des Wohlstandes darstellt, ist die Schi-WM für Österreich so wichtig.

Rein sportlich sowieso. Denn in keinem anderen Sport - genau genommen in den wenigsten anderen Dingen - hat Österreich eine derartige Themenführerschaft inne. Der simple Anspruch: Wir haben die Besten der Welt zu sein. Diesmal sind die Ansprüche durch die schweren Unfälle vor der WM ein wenig zurechtgerückt. Nach den verkorksten Weltmeisterschaften 2007 und 2009, als sich die Offiziellen gerne darauf beriefen, dem Druck des Gejagtseins zum Opfer gefallen zu sein, ist es diesmal anders: Die vielen Ausfälle lassen den Erwartungsdruck sinken. Es wird interessant zu sehen sein, ob das die Aufgabe erleichtert.

Mindestens ebenso wichtig aber ist die Wirtschaft. Und da ist Garmisch-Partenkirchen als WM-Ausrichter ein Glücksfall: Der Schisport rückt auch in Deutschland in den Fokus. Gibt es deutsche Erfolge, umso mehr. Je mehr berichtet wird, desto eher werden unsere Nachbarn zum Schifahren motiviert. Und das geht nirgends besser als in Österreich. In diesem Sinne kann man die WM gelassener angehen als manch andere zuvor. Denn im Normalfall heißt der Sieger auf jeden Fall: Österreich.****

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