Bischöfe in Ägypten wollen Ende der Proteste

Koptisch-katholischer und anglikanischer Bischof für Zurückhaltung

München-Kairo-Amman, 03.02.11 (KAP) Der koptisch-katholische Bischof von Gizeh, Antonius Mina, hat sich für ein Ende der Proteste in Ägypten ausgesprochen. Präsident Hosni Mubarak habe "viel für Ägypten getan", und man sollte ihm "jetzt auch die Gelegenheit geben, auf die Proteste zu antworten", sagte der Bischof am Donnerstag gegenüber dem Münchner Diözesansender "Kirchenradio":
"Unser Präsident hat die Bewegung verstanden. Ich glaube, es ist jetzt Zeit, aufzuhören und zu warten, was passiert."

Auch der anglikanische Bischof, Mounir Hanna Agis, rief zur Zurückhaltung auf.

Mina merkte kritisch an, dass das bisherige Verhalten der Oppositionsgruppen zu einer Führungslosigkeit der Opposition geführt habe. Es sei derzeit nicht klar, wer im Namen des protestierenden Volkes sprechen könne. "Wenn Präsident Hosni Mubarak und seine Regierung weg sind, ist niemand da, um die Sache in die Hände zu nehmen", fürchtet der Bischof.

Im Blick auf die Moslembrüder sagte Mina, die Demonstrationen seien keineswegs von dieser Gruppierung, aber auch nicht von einer anderen, initiiert worden. Sie würden auch jetzt nicht von ihnen gesteuert.

Der anglikanische Bischof Agis begrüßte die personellen Änderungen, die Mubarak vorgenommen habe, in einem Offenen Brief vom Donnerstag. Der neue Vizepräsident Omar Suleiman habe einen guten Ruf unter den Ägyptern. Seine Ernennung verhindere auf jeden Fall eine Nachfolge von Mubaraks Sohn im Präsidentenamt. Der neue Ministerpräsident und frühere Luftfahrtminister Ahmad Shafik sei "ein sehr guter Mann" und habe in seiner früheren Funktion viel zum Guten gewandt.

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