Schittenhelm/Wöginger: Fehlende Berücksichtigung von Lebensumständen macht RH-Bericht nur begrenzt aussagefähig

ÖVP-Frauensprecherin erkennt noch kein Schließen der Einkommensschere

Wien (OTS/ÖVP-PK) - Nicht nur allein die Lohnzettel und Daten der Finanzverwaltung sollten beim Einkommensbericht Berücksichtigung finden, sondern auch die Lebensumstände. Es ist schließlich ein Unterschied, ob ich durchgehend arbeite oder nach einigen Zeiten der Kindererziehung wieder in den Beruf einsteige. Denn sonst sind die Daten des Berichts nur begrenzt aussagefähig, stellen heute, Mittwoch, ÖVP-Frauensprecherin Abg. Dorothea Schittenhelm und ÖVP-Sozialsprecher August Wöginger anlässlich der Präsentation des Berichts in der Sitzung des Rechnungshofausschusses fest.

"Familienarbeit wie Ausstiegszeiten durch Kindererziehung und Pflege führen unweigerlich zu einem niedrigeren Einkommen. Wenn jemand zehn Jahre voll berufstätig war, dann vier Jahre für die Kinder sozusagen aussteigt, dann kehrt sie bzw. er meist nicht zu denselben Bedingungen zurück, zu denen sie / er ausgestiegen ist", so die ÖVP-Abgeordnete. Die Zeit der nichtbetrieblichen Arbeit müsste daher einer neuerlichen Bewertung unterzogen werden.

Als Betriebsratsobmann des Roten Kreuzes mit 1.600 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehe er, wie schwierig es sei, eine Gleichstellung zwischen Voll- und Teilzeitarbeit herzustellen, sagte Wöginger. Auch der ÖVP-Abgeordnete sieht in der Nichtberücksichtigung der Vordienstzeiten ein Manko des Berichts. "Vergleicht man die Gehälter von Frauen nach deren Kinderzeiten mit jenen von männlichen Kollegen, so kommt es - auch bei Vollzeitarbeit - zu großen Unterschieden." Zudem seien bei den voll arbeitenden Mitarbeitern Mehrleistungspauschalen üblich, die den großteils teilzeitbeschäftigten Frauen nicht angeboten würden. Deshalb sei es notwendig, die Berichtserstellung neu zu diskutieren. Des Weiteren machte Wöginger darauf aufmerksam, dass auch Betriebsräte auf die richtige Anwendung der Kollektivverträge schauen können.

Schittenhelm kann im Rechnungshofbericht noch kein Schließen der Einkommensschere feststellen. Es werde auch klar aufgezeigt, dass Frauen durch ihr geringeres Einkommen letztendlich auch in der Pension drastisch benachteiligt seien. Dass Frauen in niedrigen Einkommensgruppen zu finden seien, liege zudem an deren Ausbildung und daran, dass sich Frauen oft mit weniger zufrieden geben würden. "Frauen arbeiten oftmalig in schlecht bezahlten Branchen und sind häufiger als Männer in Dienstleistungs- und Hilfstätigkeiten und damit in schlecht bezahlten Berufen zu finden", sagte Schittenhelm und verwies in diesem Zusammenhang auf die Notwendigkeit von Qualifizierungsmaßnahmen.

"Ich bin schon sehr neugierig, ob sich das im Jänner beschlossene Gleichbehandlungsgesetz beim Einkommensbericht bereits zu Buche schlagen wird", so die Abgeordnete weiter. Mit der Novelle zum Gleichbehandlungsgesetz, die mit März in Kraft tritt, sollen Betriebe zu mehr Einkommenstransparenz verpflichtet werden. Unternehmen ab einer bestimmten Größe müssen damit künftig betriebsintern die Durchschnittseinkommen von Frauen und Männern offen legen. (Schluss)

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