AK-Präsident Kalliauer zu Angriffen auf Schwarzbuch: "Wirtschaftskammer sollte die Fakten akzeptieren!"

Linz (OTS) - Das neue Schwarzbuch Arbeitswelt der AK findet ein enormes Echo. Die Wirtschaftskammer (WK) versucht jetzt, die einwandfrei belegten Fakten im Schwarzbuch als "Halbwahrheiten" abzutun. "Diese Realitätsverleugnung ist unverständlich", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer. "Sogar eine Branchenvertretung hat erklärt, die 'schwarzen Schafe' in den eigenen Reihen nicht mehr dulden zu wollen!"

Vor drei Wochen hat die AK Oberösterreich wieder ein Schwarzbuch herausgegeben, um eine breite Öffentlichkeit auf schwerwiegende Missstände in der Arbeitswelt aufmerksam zu machen.

Bisher haben zwei Fernsehsender und drei Radiosender, sechs Tageszeitungen und drei Wochenzeitungen über das neue Schwarzbuch berichtet. In vielen Betrieben war es Gesprächsthema.

Der Wirtschaftskammer (WK) scheint das enorme Echo auf das Schwarzbuch ein Dorn im Auge zu sein. Sie versucht jetzt mit mehrwöchiger Verspätung, die Schwarzbuch-Fälle als "zurechtgebogen" zu verunglimpfen.

In einer WK-Pressekonferenz standen zwei angeblich zu Unrecht kritisierte Firmen im Zentrum: Weyland Logistik und Service (St. Florian am Inn) sowie Steiner Blecherzeugung (Voitsdorf).

Die Firma Weyland findet sich im Schwarzbuch an dritter Stelle jener Unternehmen, die die AK am meisten beschäftigt haben. Es geht dabei um die Zahl der positiv abgeschlossenen Fälle. 47 Beschäftigte haben sich an die AK gewandt. Wie die Firma selbst zugibt, wurde das Arbeitsrecht aber wesentlich öfter verletzt (z.B. Urlaubsentgelt und Diäten zu niedrig bemessen). Tatsächlich war das vorenthaltene Entgelt also viel höher als der im Schwarzbuch angeführte Betrag von 67.360 Euro. Die Erledigung der Fälle dauerte immerhin mehrere Monate. Dass sie außergerichtlich erfolgen konnte, wird im Schwarzbuch erwähnt. "Es kann aber nicht sein, dass sich der Firmenchef jetzt als verfolgte Unschuld gibt, weil auf Druck der AK der gesetzliche Zustand hergestellt wurde!", betont der AK-Präsident. "Auch ist es nicht in Ordnung, Arbeitsrechtsbrüche mit den Hinweis auf vorhandene Sozialleistungen zu rechtfertigen."

Die Firma Steiner hat einen Arbeiter trotz siebenjähriger Betriebszugehörigkeit fristlos entlassen, nachdem er den Bürospruch "Die Sklaven von heute werden nicht mit Peitschen, sondern mit Terminkalendern angetrieben" auf das Schwarze Brett gehängt hatte. Die AK ging für den Arbeiter vor Gericht. Seine Forderungen - rund 13.000 Euro - wurden zur Gänze durchgesetzt. Im Schwarzbuch wurde übrigens dieser Fall geschildert, aber der Name der Firma nicht genannt. Nun tritt sie selbst an die Öffentlichkeit und beklagt sich zugleich über einen "Imageschaden" ...

"Dass manche Firmen mit dem Schwarzbuch keine Freude haben, ist klar. Trotzdem sollte die Wirtschaftskammer die Fakten akzeptieren", stellt AK-Präsident Kalliauer fest. "Sogar viele Unternehmer reagieren positiv auf das Schwarzbuch: Die dort genannte Firma Hogo will mit Hilfe der AK ihre arbeitsrechtliche Situation verbessern. Und die Branchenvertretung des Leiharbeitsgewerbes hat ausdrücklich erklärt, 'schwarze Schafe' in den eigenen Reihen nicht mehr dulden zu wollen!"

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Oberösterreich, Kommunikation
Tel.: (0732) 6906-2188
Dr. Robert Eiter
mailto: kommunikation@akooe.at
http://www.arbeiterkammer.com

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKO0002