Wurm: EU-weit steigt Druck für Frauenquote in Chefetagen

Frauenministerin Heinisch Hosek nützt Schwung für Österreich

Wien (OTS/SK) - Der Druck für eine Frauenquote für Spitzenpositionen großer börsennotierter Unternehmen wird EU-weit und über alle Parteigrenzen hinweg immer größer, so SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm erfreut über die derzeit heftig geführte Diskussion in Deutschland. Damit kommt auch in Österreich wieder Bewegung in die Debatte. Wurm begrüßt den heutigen Vorschlag von Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, in einem ersten Schritt eine freiwillige Selbstverpflichtung einzuführen und eine entsprechende Regelung im Corporate Governance Kodex von börsennotierten Unternehmen festzuschreiben. ****

Demnach soll für Aufsichtsräte bis 2013 ein Frauenanteil von 25 Prozent erreicht werden, in acht bis zehn Jahren sollen es 40 Prozent sein. Sollte das auch nicht greifen, hat Frauenministerin Heinisch-Hosek eine gesetzliche Regelung für 2014 angekündigt. "Das ist ein erster Schritt und es ist gut, dass Wirtschaftsminister Mitterlehner sich verhandlungsbereit zeigt", so Wurm.

Der Anteil von Frauen in österreichischen Aufsichtsräten liegt noch immer nur bei rund neun Prozent. Studien belegen zudem, dass international tätige Unternehmen mit relativ hohem Anteil an weiblichen Führungskräften sehr oft wirtschaftlich sehr erfolgreich sind. Auf Frauen in Spitzenpositionen zu verzichten, ist daher nicht nur peinlich sondern auch wirtschaftlich unklug", so Wurm.

Jedes Jahr schließen mehr junge Frauen ein Studium ab als junge Männer, trotzdem sind diese Frauen nach ein paar Jahren nicht in wirtschaftlichen Spitzenpositionen zu finden. "Dieses Know-How von jungen Frauen, in deren Ausbildung auch viel Steuergeld investiert wurde, nicht zu nutzen, ist auch volkswirtschaftlicher Unfug", so Wurm.

In den Top 50 börsennotierten Unternehmen Europas halten Frauen nur elf Prozent aller Sitze in den Führungsgremien. Sowohl EU-Binnenkommissar Michel Barnier als auch EU-Justizkommissarin Vivane Reding machen jetzt Druck. Viviane Reding sagte gestern in Brüssel, dass bis 2015 30 Prozent und bis 2020 40 Prozent der Aufsichtsräte der börsennotierten Unternehmen auf Europas Binnenmarkt weiblich sind sollen.

"Wenn endlich mehr Frauen auch in Vorständen und Aufsichtsräten vertreten sind, dann werden auch Arbeitszeitmodelle und die Vereinbarkeit von Kindern und Familie mit Beruf und Karriere weiblicher und damit besser", ist Wurm zuversichtlich. (Schluss) up/sl

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