Bischof Kapellari stellt Aussage zur Kirchenfinanzierung klar

Spendenmodell würde kirchliche Dienste "drastisch vermindern"

Graz, 01.02.11 (KAP) Der Grazer Diözesanbischof Egon Kapellari hat in einigen Medien missverständlich wiedergegebene Aussagen zur Kirchenfinanzierung klargestellt. "Ohne Bezug auf den Kontext" sei ein Satz von ihm zitiert worden, den er bei einer Diskussion in Kapfenberg im Rahmen des steirischen Diözesangesprächs äußerte: "Ich würde mir von Herzen wünschen, es gäbe eine Kirche, die nur von Spenden lebt." Kapellari dazu in einer Erklärung am Dienstag: Im Kontext des Gesprächs hätte klar sein müssen, dass ein solcher Wunsch unter den heutigen Verhältnissen "ein völlig abstraktes Ideal ist und bleibt". Für das österreichische Modell des Kirchenbeitrags sei er aus guten Gründen "stets eingetreten", und er trete "auch weiterhin dafür ein".

Der Umstieg auf ein reines Spendenmodell hätte - so der Bischof -"eine katastrophal drastische Verminderung" kirchlicher Dienste zum Schaden der ganzen Gesellschaft zur Folge. In fast allen Ländern Europas trage die Kirche unzählige soziale und kulturelle Werke auch zum Wohl zahlreicher Nicht-Katholiken und müsse diese auch finanzieren. Ein Spendenmodell werde in Europa nur in Ländern praktiziert, wo Katholiken eine kleine Minderheit sind, die überdies wesentlich durch Spenden von Diözesen anderer Länder mitfinanziert wird.

Nicht nur christliche Kirchen, sondern auch andere religiöse Gemeinschaften werden laut Kapellari in aller Regel vor allem durch verbindliche Leistungen ihrer Mitglieder finanziert. "Ein aus dem Zusammenhang genommener Satz" solle die allgemein bekannte Tatsache nicht zudecken, dass er ein Befürworter des österreichischen Kirchenbeitragsmodells sei.

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