Schatz zu Arbeitslosigkeit: Bitte keine Jubelpropaganda, Herr Sozialminister

Über 70.000 langzeitbeschäftigungslose Menschen in Österreich

Wien (OTS) - "Über 70.000 Menschen in Österreich haben schon länger als ein Jahr keinen Job und werden vom AMS mit sinnlosen Kursen und schikanösen Scheinbeschäftigungen in der Statistik versteckt", kritisiert Birgit Schatz, ArbeitnehmerInnensprecherin der Grünen. "Sozialminister Hundstorfer aber gaukelt der Bevölkerung vor, es gäbe nur 5600 Langzeitarbeitslose. Derartige Jubelpropaganda ist unseriös. Der Minister sollte seine Presseabteilung schleunigst zurückpfeifen. Statt seinem Motto "Mit Volldampf voraus" könnte sich sonst die Dampfplauderei bei ihm einschleichen."

Der Minister bedient sich eines statistischen Tricks zur Behübschung des katastrophalen aktuellen Befunds: Wer zumindest einmal im Jahr in eine noch so sinnlose und schikanöse "Maßnahme" des AMS geschickt wird, gilt nicht als langzeitarbeitslos, auch wenn der betroffene Mensch in dieser Zeit keinen Arbeitsplatz hatte.

"Es ist schon schön, dass die Arbeitslosigkeit ein bisserl gesunken ist. Aber deswegen in Jubelpropaganda zu verfallen, ist unseriös", so Schatz. "Es gibt 380.000 Menschen, die einen Job suchen. Und es gibt mehr als 70.000 Menschen, die schon länger als ein Jahr suchen." Die Politik hat sich mit Kurzarbeit und Bildungskarenzen im europäischen Vergleich mit niedrigeren Arbeitslosenraten durch die Krise gebracht. Mit dem beginnenden Aufschwung steht sie weitgehend ohne Konzept da. Nicht zufällig rutscht Österreich daher im internationalen Vergleich ab. "Jetzt ist der Zeitpunkt, in dem neue Jobs in den Bereichen Bildung, Pflege und Betreuung sowie Forschung und Umwelt geschaffen werden können. Leider ist das öffentliche Geld jedoch für Banken reserviert, die den Regierungsparteien nahestehen. Geht's den Banken gut, geht's nämlich auch der Regierung gut. Ob es den Menschen gut geht, ist offenbar für Faymann, Pröll und Co. weniger wichtig", so Schatz.

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