Faire Chancen auf dem Arbeitsmarkt sind die Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration von Zuwanderern

Linz (OTS) - Zuwanderer haben oftmals schlecht bezahlte Jobs, arbeiten unter schweren Bedingungen und in unsicheren Beschäftigungsverhältnissen. Und sie haben ein fast doppelt so hohes Arbeitslosigkeitsrisiko wie Inländer/-innen, weil sie stärker von konjunkturellen Entwicklungen abhängig sind. Das zeigt die aktuelle Arbeitsmarktanalyse der AK Oberösterreich.

Den höchsten Ausländeranteil haben die Branchen Land- und Forstwirtschaft, in der Arbeitskräfteüberlassung und im Beherbergungs- und Gaststättenwesen. Diese Branchen sind gekennzeichnet durch geringe Entlohnung, prekäre Beschäftigungsverhältnisse und schwere Arbeitsbelastungen. Vielfach werden diese Arbeitsplätze von inländischen Arbeitskräften gemieden. "Der Arbeitskräftemangel in diesen Branchen hat offensichtlich strukturelle Ursachen, die durch Zuwanderung nicht nachhaltig gelöst werden können. Die Lösung besteht in der Verbesserung der Arbeitsbedingungen", sagt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Ein zentrales Problem ist, dass auf dem österreichischen Arbeitsmarkt viele Potenziale brachliegen und nicht gefördert werden. Fast jede/r vierte Migrant/-in ist für die ausgeübte Tätigkeit überqualifiziert. Hinzu kommt, dass auch die Kinder der hier lebenden Zuwanderer mit starken Benachteiligungen im Bildungs- bzw. Ausbildungssystem konfrontiert sind. "Gerade in Hinblick auf die steigenden Qualifikationsanforderungen auf dem Arbeitsmarkt braucht es arbeitsmarkt- und bildungspolitische Maßnahmen für gering qualifizierte Migranten/-innen. Nur so können wir uns in Österreich dem Ziel der Chancengleichheit annähern", so Kalliauer.

Der Grundgedanke der geplanten Rot-Weiß-Rot-Karte, Zuwanderung und Migration nicht als generelle Bedrohung, sondern als Bereicherung und Chance für Österreich zu nutzen und dementsprechend zu gestalten, ist aus Sicht der AK positiv. Allerdings bleiben damit viele Probleme ungelöst. Die geplanten Neuerungen stellen lediglich eine Ergänzung der bestehenden österreichischen Ausländerpolitik dar. "Dadurch wird das Fremdenrecht inklusive der beschäftigungsrechtlichen Bestimmungen noch komplexer und unübersichtlicher", kritisiert der AK-Präsident.

Unbeantwortet bleibt zudem die Frage nach dem Umgang unserer Gesellschaft mit unattraktiven, schlecht entlohnten, unsicheren Jobs, die bislang in hohem Ausmaß von ausländischen Arbeitskräften besetzt werden. "Eine Verlängerung oder Ausweitung der Saisonkontingente, wie es manche fordern, lösen die zugrundliegenden Probleme nicht", so Kalliauer.

Er fordert daher eine faire Chance für Migranten/-innen auf dem Arbeitsmarkt - durch Qualifizierung, besseren Zugang zur Bildung und Ausbildung, Anerkennung von Bildungs- und Berufsabschlüssen aus dem Ausland sowie nicht zuletzt einer Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Einkommenssituation in den Billiglohnbranchen, in denen Zuwanderer vermehrt beschäftigt sind.

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