TIROLER TAGESZEITUNG "Leitartikel" vom 01. Februar 2011 von Peter Nindler "Wer Ski fährt, carvt immer mit Risiko"

Wien (OTS) - Skifahren ist ein Risikosport. Wer fast ungeschützt
44 km/h fährt, muss mit Verletzungen rechnen.

Wenn über die Sicherheit im Skisport diskutiert wird, schlägt die Stunde der Heuchler. Vorschläge kommen beinahe täglich, sogar ein Airbag soll aus schweren Verletzungen leichte machen. Irgendwie klingt das alles so, als ob sich die Experten selbst nicht eingestehen wollen, dass Skifahren eben ein Risikosport ist. Da geht es nicht nur um den Rennlauf, sondern auch um die Hobbyfahrer.

47.000 Unfälle passieren jährlich auf Österreichs Skipisten, die meisten enden im Gipsraum, viele im Rollstuhl und manche leider tödlich. Tausende gestürzte Skifahrer kommen aber Gott sei Dank mit dem Schrecken davon. Es gibt viele Ursachen für Stürze: Raserei, Unachtsamkeit, nicht angepasstes Fahrverhalten, Fahrfehler oder Wedeln unter Alkoholeinfluss. Nur eines haben alle Unfälle auf zwei Brettln gemeinsam - die Grundgeschwindigkeit. Sie liegt bei rund 44 Kilometern pro Stunde.

Jeder Mopedlenker oder Radfahrer weiß über die Konsequenzen Bescheid, wenn er mit 40 km/h einen Unfall baut. Wie sie fährt ein Skifahrer beinahe ungeschützt. Der Helm und vielleicht ein Rückenprotektor sorgen für Aufprallschutz - mehr nicht. Wer mit 44 km/h stürzt, hat entweder Glück und kann weitercarven oder Pech und wird im Akija abtransportiert. Glück und Unglück liegen hier eng beieinander.

Wie lächerlich erscheint da die Debatte über eine Geschwindigkeitsreduktion im alpinen Skirennlauf von 120 auf 100 km/h. Natürlich sind Abfahrer "harte Hund", gut durchtrainiert und haben das Stürzen gelernt. Aber wer sich bei 100 km/h nicht verletzt, hat einfach nur das Quäntchen Glück. In Sicherheit können sich auf der Piste weder Hobbyfahrer noch Rennläufer wiegen. Dazu ist der Mensch zu zerbrechlich und die Geschwindigkeit immer zu hoch. Nur die Raser gehören von der Abfahrt verbannt, denn sie gefährden vorsätzlich Menschenleben.

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