Auf der Butterseite ausgerutscht (von Daniela Gross)

Ausgabe 28. Jan. 2011

Klagenfurt (OTS) - Hand aufs Herz: Grassers Selbstanzeige, ist sie nicht das, worauf wir gewartet haben? Wie Balsam auf die Seelen jener, die immer gewusst haben wollten, dass im Hause Grasser nicht alles mit rechten Dingen abgelaufen ist. Zu oft ist der Ex-Minister auf die Butterseite gefallen. Nicht, dass man es ihm Österreicher-like nicht gegönnt hätte. Allein es macht stutzig. Auch wenn in Österreich die Unschuldsvermutung für alles und jedes gilt -und Gott sei Dank tut sie das -, den Hunger der Volksseele nach dem bösen Schurken scheint Grasser stets befriedigt zu haben. Steuerhinterziehung, Stiftungen, horrende Provisionen für die Beratungsleistungen seiner Freunde. Stets wurde in der Schublade gekramt, um den Ex-Minister anzupatzen ... Und nun? Siehe da: Der Lack beginnt zu bröckeln - und die große Volksempörung? Sie blieb aus. Wohl aber sollte es einen noch schaudern, dass er just als Finanzminister Gewinne nicht versteuert hat. Fehlanzeige! Es sollte überraschen, aber tut es nicht mehr.

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