"KURIER"-Kommentar von Josef Votzi: "Darabos, abtreten!"

Der Minister kann eine Heeresreform nur noch mit seinem Rücktritt retten.

Wien (OTS) - So teuer kommt ein neues Heer" titelte der KURIER Anfang Jänner und enthüllte vertrauliche Berechnungen aus dem Ministerium. Succus: Das neue Heer wird in jedem Fall empfindlich teurer. Norbert Darabos ließ windelweich dementieren: "Die Varianten werden präsentiert, wenn sie vom Minister freigegeben sind." Zehn Tage danach war es so weit: "Das Freiwilligen-Heer wird nicht teurer sein als das derzeitige", proklamierte der Minister. Jetzt holt ihn der begründete Verdacht ein, dass er seine Wunscharmee schönrechnen ließ.
Darabos sitzt endgültig zwischen allen Stühlen: von Regierungspartner bis Opposition unter Dauer-Feuer; in der Truppe nach Rauswurf des Generalstabschefs des letzten Rückhalts verlustig; vom Oberbefehlshaber unter Kuratel gestellt. Denn Heinz Fischer
hat Darabos nicht nur öffentlich gerüffelt. Hinter den Kulissen hat er den geschassten General in den Krieg gegen seinen Minister geschickt. Edmund Entacher war von den Grabenkämpfen zermürbt dabei, in die Pension abzusalutieren. Erst ein Anruf aus der Präsidentschaftskanzlei hielt ihn davon ab (siehe Seite 4). So wurde ein mäßig bekannter General mit präsidialem Segen über Nacht zum Helden und Darabos zum Tollpatsch der Nation. Für ein Pensionsgesuch ist Darabos zu jung, für den Rücktritt überreif.

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