"KulturWerk" mit Friedrich Cerha am 31. Jänner um 19:45 Uhr

Einer der bedeutendsten österreichischen Komponisten und Dirigenten ist kurz vor seinem 85. Geburtstag zu Gast bei Barbara Rett.

Wien (OTS) - Am 17. Februar wird Friedrich Cerha 85 Jahre.
Barbara Rett hat den Doyen der zeitgenössischen Musik in die Voestalpine Stahlwelt nach Linz zum Gespräch geladen und "hinter dem ungewöhnlichen Musiker einen ungewöhnlichen Menschen kennengelernt", erzählt die Kulturexpertin.

Es ist ein riesiges Kulturwerk, das Cerha geschaffen hat. Seine erste Komposition entstand im Alter von neun Jahren. Die Früchte seiner Arbeit konnte er aber erst spät ernten: Preise, Ehrungen und Aufführungen im etablierten Musikbetrieb. Dazwischen lagen lange Jahre als Außenseiter - sowohl künstlerisch als auch persönlich. "Denn Cerha hat sich nie dem Diktat der Moderne untergeordnet", weiß Barbara Rett. Er sei modern, weil er immer ein neugierig Suchender und rastloser Erforscher neuer klanglicher Möglichkeiten war.

Cerha schwimmt schon als Jugendlicher gegen den Strom. Als überzeugter Antinazi desertierte er im Alter von 18 Jahren aus der Deutschen Wehrmacht und kämpfte sich bis in die Abgeschiedenheit der Tiroler Berge durch - dort erlebte er das Kriegsende als Hüttenwirt und Bergführer. Aus dieser Zeit ist ihm die Verbundenheit zur Natur geblieben. "Denn die Kraft auf seine innere Stimme zu hören, kann nur aus der Stille kommen", so Cerha. Am Bau der Kapelle in Maria Langegg war Cerha mit eigenen Händen beteilig.

Kurzbiografie Friedrich Cerha

Friedrich Cerha wurde am 17. Februar 1926 in Wien geboren und studierte an der Wiener Musikakademie Violine, Komposition und Musikerziehung sowie an der Universität Wien Musikwissenschaften, Germanistik und Philosophie. Aufgewachsen in kleinbürgerlichen Verhältnissen in Ottakring und Hernals sucht er schon früh die große klassische Musik.

Cerha ging es stets um den Reichtum und die Vielfalt des Neuen. Im Jahr 1958 gründete er deshalb gemeinsam mit dem österreichischen Komponisten und Musikpädagogen Kurt Schwertsik das bahnbrechende Ensemble "die reihe" - damit schuf er ein wichtiges Instrument zur Verbreitung zeitgenössischer Musik. Für italienische Musik des 17. Jahrhunderts und Konzerte auf alten Instrumenten gründete er das Ensemble "Camerata Frescobaldiana".

Seinen ersten internationalen Erfolg als Komponist und Dirigent feierte er 1961 mit "Relazioni Fragili" beim Fest der "Internationalen Gesellschaft für Neue Musik" in Wien. Neben seinen Kompositionen festigte Cerha seinen Ruf als Interpret Bergs, Schönbergs und Weberns. Cerha dirigierte, komponierte und unterrichtete. An der Hochschule für Musik und darstellende Kunst in Wien zählten u.a. Komponisten wie Georg Friedrich Haas, Dirk D'Ase oder Karlheinz Essl zu seinen Schülern.

Cerha trat vor allem als Komponist orchestraler Werke und von Bühnenwerken in Erscheinung. Bekannt wurde er u. a. durch seine drei Opern - "Baal" nach Bertolt Brecht, "Der Rattenfänger" nach Carl Zuckmayer und "Die Reise vom Steinfeld" nach Peter Turrini, deren Uraufführung an der Wiener Staatsoper im Jahr 2002 mit Thomas Hampson in der Hauptrolle ein überwältigender Erfolg war.

Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen erhielt Cerha im Jahr 2008 das Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um das Land Wien sowie dieses Jahr den Internationalen Kompositionspreis des Landes Salzburg.

"KulturWerk"
Im Gesprächsformat "KulturWerk" bittet die anerkannte Journalistin und Kulturexpertin Barbara Rett einmal im Monat hochkarätige Vertreter aus dem Kunst- und Kulturbereich in der einmaligen Kulisse der voestalpine Stahlwelt zum Gespräch. TW1 bringt die monatliche Kultursendung jeweils am letzten Montag des Monats zur erstmaligen Ausstrahlung.

Sendezeiten:
"KulturWerk" mit Friedrich Cerha
Erstausstrahlung: Mo, 31.1. um 19:45-20:15 Uhr

Weitere Ausstrahlungen: Di, 1.2. um 22:45-23:15 Uhr, Mi, 2.2. um 16:05-16:35 Uhr, Do, 3.2. um 13:05-13:35 Uhr und Sa, 5.2. um 10:05-10:35 und 18:00-18:30 Uhr

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