OÖGKK Gremien neu konstituiert

Gesundheitssystem weiterentwickeln

Linz (OTS) - Am 26. Jänner trat der neue Vorstand der OÖGKK für die Funktionsperiode 2011 bis 2015 erstmals zusammen. Der Obmann der OÖGKK, Felix Hinterwirth wurde einstimmig wieder gewählt und ebenso wie seine beiden Stellvertreter, Julius Stiglechner und Albert Maringer, von Gesundheitsminister Alois Stöger persönlich angelobt. Für die neue Funktionsperiode kündigt der OÖGKK-Obmann eine Gesundheitsförderungs-Offensive und eine Modernisierung der Leistungen an.

Der Vorstand der OÖGKK setzt sich aus den Vertretern der Versicherten und Dienstgeber zusammen, er trifft die wichtigsten Entscheidungen für die OÖGKK. Arbeiter- und Wirtschaftskammer entsenden ihre Vertreter nach den jeweiligen Kammerwahlergebnissen. Die OÖGKK trägt die Verantwortung für die Gesundheitsversorgung von 1,2 Mio. Versicherten und mitversicherten Angehörigen. Durch die Einhebung der Sozialversicherungsbeiträge mit den rund 45.000 Dienstgebern gewährleistet die OÖGKK den Versicherungsschutz für rund 80 Prozent der oberösterreichischen Bevölkerung. Etwa 45 Prozent der Versicherten sind Erwerbstätige, 27 Prozent beitragsfrei mitversicherte Angehörige, 22 Prozent Pensionisten, der Rest verteilt sich auf Arbeitssuchende, Selbstversicherte und diverse andere Gruppen.

Rund 1,7 Mrd. Euro werden jährlich für Versicherungsleistungen aufgewendet, unter anderem für 12 Mio. Arztkontakte, 14 Mio. Medikamentenpackungen, 2,4 Mio. Spitalstage, 3,75 Mio. Zahnbehandlungsleistungen und 600.000 Krankentransporte. Dabei wirtschaftet die OÖGKK seit Jahren positiv.

Gesundheitsminister Alois Stöger gelobte die neue OÖGKK-Spitze mit Obmann Felix Hinterwirth und seinen beiden Stellvertretern Julius Stiglechner und Albert Maringer im Anschluss an die Wahl an und wünschte der OÖGKK, dass sie ihren Erfolgsweg im Sinne der Versicherten, Patienten und Beitragszahler weiter fortsetzen kann.

"Wir haben uns für die kommenden fünf Jahre ambitionierte Ziele in drei Kernbereichen gesteckt. Wir wollen erstens Gesundheitsziele für unsere Versicherten erreichen, also ihren Gesundheitszustand verbessern und die medizinische Versorgung noch stärker an der Wirkung für die Menschen ausrichten. Wir wollen zweitens den Service für unsere Kunden und damit die Zufriedenheit weiter ausbauen. Und natürlich sorgen wir drittens dafür, dass jeder uns anvertraute Beitragseuro wirtschaftlich eingesetzt wird. Wir wollen mit den vorhandenen Geldern das bestmögliche Versorgungs- und Leistungspaket anbieten", skizziert die neue OÖGKK-Direktorin Andrea Wesenauer ihr Arbeitsprogramm für die kommenden Jahre.

Dabei setzt die OÖGKK auf Innovation und auf Zusammenarbeit mit ihren Partnern im Gesundheitswesen. Gerade die gute Zusammenarbeit zwischen Versicherten- und Dienstgebervertretern in der OÖGKK, aber auch zwischen sozialer Krankenversicherung und den Partnern im Gesundheitswesen wie der Ärztekammer und dem Land, bildet ja eine wesentliche Grundlage für den Erfolg der OÖGKK.

"Wir wollen Gesundheitsförderung und Prävention stark ausbauen. Zudem wollen wir Patienten mit Diabetes und anderen Volkskrankheiten optimal und wohnortnah versorgen. Dadurch werden wir unsere Versicherten besser versorgen, Krankheitsbelastungen reduzieren und in einigen Bereichen auch Arzt- und Spitalsfälle senken können", sind sich die beiden Obmann-Stellvertreter Julius Stiglechner und Albert Maringer einig über die Weiterentwicklung des Leistungsspektrums.

"Unsere Versicherten wollen so wenig wie möglich ins Spital. Jeder unnötige Spitalsaufenthalt, den wir vermeiden können, verbessert die Versorgungsqualität. Daher sehen wir es als unseren Auftrag, Spitalsfälle durch Prävention und Management der großen chronischen Erkrankungsbilder wenn möglich wegfallen zu lassen, anstelle sie zwischen Spital und Arzt hin- und herzuverlagern", betont der OÖGKK-Obmann. Diese Maßnahmen können sinnvolle Reformen im Spitalsbereich aber keinesfalls ersetzen. Unter den bestehenden Finanzierungsanreizen und Rahmenbedingungen geht der OÖGKK-Obmann davon aus, dass die weit überdurchschnittlichen Spitalsfälle in Oberösterreich trotz der weggefallenen Einweisungen nicht sinken würden.

"Mehr niedergelassene Fachärzte werden keine bessere Versorgung und keine Entlastung der Spitäler bringen. Unsere Analysen zeigen sogar einen gegenteiligen Effekt. Vergleiche aus Wien bestätigen das. Wenn wir die Versorgung ausbauen, dann muss das für die Versicherten einen klaren Nutzen haben. Das können strukturierte Betreuungsprogramme wie bei Diabetes sein, die Stärkung der wohnortnahen Primärversorgung oder neue Präventionsangebote", betont Andrea Wesenauer. Oberösterreich hat bereits eine sehr gute ärztliche Versorgung. Das von OÖGKK und Ärztekammer aufgebaute Hausarztmodell erweist sich als richtige Strategie.

Felix Hinterwirth bekennt sich generell zu mutigen, vor allem aber klugen Reformen im österreichischen Gesundheitssystem. "Das Gesundheitssystem ist zu bedeutend und zu komplex, um hier mit tagespolitischem Aktionismus zu fuhrwerken. Sorgfältig durchdachte, an Zielen ausgerichtete und partnerschaftlich umgesetzte Reformen können große Fortschritte für die Versicherten, Patienten und Beitragszahler bringen. Schon kleine Fehler können hingegen zu erheblichen Problemen in der Versorgung der Menschen führen", betont Obmann Felix Hinterwirth.

Die Reformpläne von Minister Stöger werden von der OÖGKK begrüßt. Obwohl die Länder nur einen kleinen Teil zur Spitalsfinanzierung beitragen, treffen sie derzeit alleine alle wichtigen Entscheidungen. Felix Hinterwirth setzt sich für eine partnerschaftliche Einbeziehung der Krankenkassen in die Steuerung der Spitäler ein, da diese fast die Hälfte der Spitalskosten tragen, und das wertgesichert nach den Beitragssteigerungen. Als Ziele für den Spitalsbereich nennt Felix Hinterwirth sinnvolle Steuerungs- und Anreizsysteme und vor allem die Schaffung neuer, innovativer Versorgungslösungen, etwa mehr tagesklinische Versorgungsangebote in Spitälern. Das bloße Hin- und Herschieben von Leistungen und Kosten zwischen Spital und niedergelassenem Bereich kann für den OÖGKK-Obmann hingegen nicht im Sinne der Versicherten sein.

Auch im Masterplan des Hauptverbandes sieht die OÖGKK-Spitze hilfreiche Ansätze, vor allem die Stärkung der Gesundheitsförderung und Prävention. "Wir müssen uns vom Irrtum befreien, dass mehr Untersuchungen und mehr Medizin die Gesundheit fördern. Gesundheitsförderung muss in allen Lebensbereichen stattfinden", betont Andrea Wesenauer. Als Beispiele nennt sie mehr Bewegung und gesunde Ernährung in Schule und Kindergarten, die Berücksichtigung von Bewegung und Spielräumen im Wohnbau, eine Umlenkung der Subventionen von ungesunden zu gesunden Lebensmitteln in der Landwirtschaftsförderung, und natürlich die Stärkung der Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF), denn: "Wenn wir unser Pensionssystem sichern wollen, dürfen wir nicht zulassen, dass Arbeit krank macht."

In der Betrieblichen Gesundheitsförderung will die OÖGKK einen großen Schwerpunkt setzen und weitaus mehr Betriebe und Mitarbeiter als bisher erreichen. Daneben wird die OÖGKK weiterhin die Funktion einer österreichweiten Netzwerk-Zentrale in der BGF einnehmen und Österreich im EU-weiten Netz vertreten.

Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt wird der Ausbau zielgruppenspezifischer Gesundheitsförderung sein. "Der Gesundheitszustand der Menschen, ihre Gesundheitsbelastungen und die Kompetenz, selbst auf die Gesundheit zu achten, hängen sehr eng mit ihrem Bildungs- und sozialen Status zusammen. Wir arbeiten daher laufend an neuen Angeboten, die sehr genau auf die jeweiligen Gruppen und ihre Problemlagen zugeschnitten sind", berichtet Andrea Wesenauer. Beispiele dafür sind Projekte für junge Eltern und Babys sowie Angebote im Zusammenhang mit der psychischen Gesundheit.

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