Grünewald: Karls Studiengebührenvorschlag erneuter Anschlag auf Studierende

Studierende brauchen echte Grundsicherung und keine Gebühren.

Wien (OTS) - Karls Vorschlag eines Drei-Säulen-Modells bei Studiengebühren wird von Kurt Grünewald, Wissenschaftssprecher der Grünen, scharf kritisiert. "Dieser neue Vorstoß Karls stellt einen erneuten Angriff auf die Studierenden dar, die in letzter Zeit - auch durch die Kürzung der Familienbeihilfe - ohnehin schon unmäßig belastet wurden! "Die Anzahl der StudienbeihilfenbezieherInnen ist mit 18 % in Österreich extrem niedrig und liegt weit unter dem EU-Schnitt. In Finnland erhalten 71 % der Studierenden staatliche Unterstützung, in Großbritannien sogar 85 %, in Frankreich 53 %, und in den Niederlande: 62 %" so Grünewald.

"Wenn Karl anstreben sollte, die Zahl der StudienbeihilfebezieherInnen zumindest auf europäisches Niveau anzuheben, wird das im Endeffekt ein Mehrfaches der Einnahmen aus möglichen Studiengebühren kosten. So würde allein die Anhebung der BezieherInnenquote auf 50 % dem Staat Kosten von 470 Millionen Euro jährlich verursachen. Die flächendeckende Einführung der Studiengebühren würde den Universitäten nach Karls Angaben nur 240 Millionen zusätzlich bringen - und das berücksichtigt nicht einmal die zusätzlichen Verwaltungskosten und ein immer komplizierteres Steuerrecht," zeigt Grünewald auf.

"Bundesministerin Karl scheint nicht zu verstehen, dass nicht Studierende für die jahrelangen Versäumnisse im Hochschulbereich Verantwortung tragen, sondern dass die verfehlte Politik von Seiten der Großparteien die Hochschulmisere verursacht hat. Das darf nun nicht auf dem Rücken der Studierenden ausgetragen werden" so Grünewald.

Grünewald kritisiert auch, dass schon jetzt die soziale Durchmischung an den Hochschulen katastrophal ist, was auch an der geringen Höhe der Durchschnittsstipendien liegt (280 Euro im Monat), während die gesetzliche Mindestsicherung 744 Euro beträgt. "Da wundert es nicht, dass 60 % der Studierenden 20 Stunden die Woche arbeiten müssen", so Grünewald. "Mit der Einführung von Studiengebühren würde sich diese Quote noch weiter erhöhen. Und das obwohl ab elf Stunden Arbeit die Studienleistung signifikant sinkt", erläutert Grünewald. "Karl sollte endlich ihre kurzsichtige Sparpolitik aufgeben und sich nach echten Alternativen für den Hochschulbereich umsehen. Das ewige Verschieben des Hochschulplanes zeugt genauso von bildungspolitischer Planlosigkeit wie die ewige Leier von sozial gerechten Studiengebühren!"

"Die Grünen fordern eine gesetzliche geregelte Grundsicherung für Studierende, die zum Teil staatlich und zum Teil aus zinslosen Krediten finanziert wird, nur so lässt sich auf Dauer die niedrige AkademikerInnenqoute erhöhen und eine echte soziale Durchmischung auf den Hochschulen erreichen," schließt Grünewald.

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