VKI: Kosten bei Fondspolizzen auf ein Fünftel senkbar

Geringere Kosten und mehr Transparenz als Ausgangsbasis für taugliches Altersvorsorgeprodukt

Wien (OTS/VKI) - Fondsgebundene Lebensversicherungen gibt es seit Mitte der 1990er Jahre auf dem österreichischen Markt. Mit mehr als drei Milliarden Euro Prämienaufkommen haben diese die klassische Er-und Ablebensversicherung (2009: 2,2 Milliarden Euro) inzwischen sogar überrundet. In den letzten Jahren haben sich Fondspolizzen allerdings nicht immer so entwickelt wie erhofft. "Grund dafür ist aber weniger die vielzitierte Finanzkrise. Vielmehr sind es hohe Kosten, die an den Erträgen nagen", analysiert Walter Hager, Versicherungsexperte beim Verein für Konsumenteninformation (VKI). "Bei Fondspolizzen fallen nicht nur hohe Versicherungskosten an, womit lediglich rund 85 Prozent der eingezahlten Prämie tatsächlich veranlagt werden. Darüber hinaus mindern auch zusätzliche, oft nicht kommunizierte, Fondskosten die Rendite - also Managementgebühren oder Transaktionskosten bei Käufen und Verkäufen." So kommt es auch, dass ein Konsument im Jahr 2000 umgerechnet 36.300 Euro einzahlte und nach zehn Jahren nicht einmal die Hälfte (18.100 Euro) herausbekam. Laut Branchenexperten könnten die Kosten für fondsgebundene Lebensversicherungen aber auf nur ein Fünftel des aktuellen Niveaus gesenkt werden. So würde etwa eine Verteilung der Versicherungskosten auf die Gesamtlaufzeit zu höheren Ablaufleistungen führen. Auch das Hinzurechnen von Kick-back-Zahlungen zum Fondsvermögen würde die Rendite deutlich anheben. Hierbei handelt es sich um Provisionen, die Versicherer von Fondsgesellschaften dafür erhalten, dass sie bestimmte Fonds im Portfolio haben.

"Das Konzept der fondsgebundenen Lebensversicherung ist aus unserer Sicht zwar grundsätzlich sinnvoll. Bei den derzeit angebotenen Produkten gib es allerdings noch erhebliches Verbesserungspotenzial", resümiert VKI-Geschäftsführer Franz Floss bei der heutigen Pressekonferenz. "Kosten runter - Transparenz rauf:
Das wäre eine Grundvoraussetzung, wenn Fondspolizzen jemals als Instrument zur Altersvorsorge taugen sollen. Dabei wollen wir Transparenz im Sinne von Klarheit hinsichtlich Kosten, Risiko und Informationen während der Laufzeit verstanden sehen. Nur wenn die Kosten offengelegt werden, führt dies zu echtem Wettbewerb und womöglich sinkenden Kosten für Konsumenten."

Einen weiteren Grund für magere Erträge ortet Hager in der Auswahl der Fonds. Diese ist aus der Sicht der Versicherungsexperten stark verbesserungswürdig: "Wir haben den Eindruck gewonnen, dass Versicherer vorrangig Fonds aus dem Dunstkreis des eigenen Hauses anbieten, die hinsichtlich Rendite womöglich nicht immer erste Wahl sind."

Verluste vermeiden - aber wie?

Wenn der Ertrag bei Vertragsablauf unter den Erwartungen liegt, haben Konsumenten zwei Möglichkeiten, Verluste auszusitzen:

- Wertpapierdepot: Bei vielen Versicherern ist es möglich, den Fonds auf ein normales Wertpapierdepot einer Bank zu übertragen. Hier gibt es bei den Übertragungskosten große Unterschiede: Während etwa Donau, Skandia, s-Versicherung oder Zürich nichts verlangen, fallen bei BAWAG PSK-Versicherung und Generali bis zu 140 Euro an.

- Vertragsverlängerung: Fast immer ist es möglich, mit dem Versicherer eine Verlängerung der Vertragslaufzeit zu vereinbaren. Ob es im speziellen Fall sinnvoll ist, weiterhin Prämien zu zahlen, hängt davon ab, wie sich das Produkt bisher entwickelt hat. Bei Zahlung weiterer Prämien fallen zudem erneut Abschlusskosten und Versicherungssteuer an. Im Falle einer Verlängerung gilt: Gute Produkte sind flexibel und erlauben in der Verlängerungsphase jederzeit einen Ausstieg.

Voraussetzung für beide Optionen ist, dass kein unmittelbarer Kapitalbedarf besteht und davon ausgegangen werden kann, dass sich die Kapitalmärkte weiterhin erholen. Des Weiteren ist es nötig, die Versicherung oder den Berater mindestens drei Monate vor Ablauf des Vertrages hinsichtlich einer möglichen Verlängerung zu kontaktieren.

Weitere Informationen zum Thema gibt es auf www.konsument.at sowie in der Februarausgabe des Testmagazins Konsument.

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Verein für Konsumenteninformation/Testmagazin "Konsument"
Mag. Andrea Morawetz, Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/588 77 - 256
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www.konsument.at

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