Pressemitteilung Journalistenworkshop - Onkologische Rehabilitation

Wien (OTS) - Rehabilitation ist ein Fachbereich, der sich zum Ziel setzt, Patienten nach einer schwerwiegenden Erkrankung wie Schlaganfall, Herzinfarkt, Depressionen oder Verletzung wieder möglichst weitgehend in das berufliche und soziale Umfeld zu integrieren. Onkologische Rehabilitation ist eine neue Form der Rehabilitation. Im Vergleich zu anderen Rehabilitationseinrichtungen liegen die Schwerpunkte der onkologischen Rehabilitation neben der physikalischen Medizin und Physiotherapie besonders auf der psychoonkologischen Betreuung sowie der Behandlung von Folgen der Tumortherapie. Bei einem Journalistenworkshop für Onkologische Rehabilitation trafen sich hochrangige Experten, um onkologische Rehabilitation von verschiedenen Seiten zu beleuchten. +++

Laut Statistik Austria wird bei rund 36.000 Österreichern jedes Jahr eine Krebserkrankung festgestellt, wovon Schätzungen zufolge ein Fünftel der Patienten eine Form der Anschlussbehandlung der onkologischen Rehabilitation absolviert. Ziel der onkologischen Rehabilitation ist es, die Leistungsfähigkeit zu verbessern, Beschwerden zu verringern, die Lebensqualität deutlich zu erhöhen und Betroffene wieder in den Alltag als auch in das Berufsleben einzugliedern.

Am 26. Jänner fand in der Kommunikationsagentur Welldone der Journalistenworkshop "Onkologische Rehabilitation" statt. Die Medienvertreter bekamen dabei drei informative Vorträge zum aktuellen Stand in der onkologischen Rehabilitation präsentiert. Univ.-Prof. Dr. Christoph Wiltschke von der Wiener
Universitätsklinik informierte über aktuelle Krebstherapien und deren mögliche Folgen sowie über die Bedeutung der onkologischen Rehabilitation. "Onkologische Rehabilitation als Teil der Krebsbehandlung hat sich in anderen Ländern wie Deutschland, Frankreich oder in den USA längst durchgesetzt. Mehrere internationale Studien belegen, dass Krebspatienten nach einer onkologischen Rehabilitation sowohl mit einer verbesserten Lebensqualität als auch mit einer höheren Lebenserwartung rechnen können", so Univ.-Prof. Dr. Wiltschke. So würden in Deutschland rund 20 bis 25 Prozent aller Patienten nach einer Krebsbehandlung eine onkologische Rehabilitation in Anspruch nehmen. In Österreich würden einige tausend Plätze benötigt werden.

Psychoonkologie: wesentlicher Teil der Krebstherapie

Dr. Karin Kalteis, Gesundheitspsychologin und Klinische Psychologin, informierte über das Gebiet der Psychoonkologie. An Krebs erkrankte Personen sind mit schweren Belastungen konfrontiert. Die Diagnose Krebs wird sehr häufig als Schock erlebt, das Anpassungsvermögen vieler Menschen ist zumindest kurzfristig überfordert. Trotz teilweise guter Heilungschancen wird Krebs mit Vorstellungen von Tod und Sterben verbunden. Nach der Diagnosemitteilung ist für den Betroffenen nichts mehr so, wie es vorher war. Durch eine psychoonkologische Betreuung können die weit reichenden Auswirkungen der Erkrankung im körperlichen, seelischen und sozialen Bereich aufgefangen werden. Eine frühzeitige Betreuung kann vor einer Chronifizierung der Beschwerden schützen und Spätfolgen vermeiden helfen. "Psychoonkologische Betreuung unterstützt die Patienten bei der Bewältigung der vielfältigen Belastungen durch die Erkrankung und die Behandlung. Diese kann beispielsweise in Form von Krisenintervention, Beratung, Information oder Einzel- bzw. Gruppengesprächen erfolgen. Mehrere Studien zeigen, dass bei mehr als einem Drittel der Patienten ein behandlungsbedürftiges psychisches Leiden vorliegt. Derzeit erhält nur ein Teil davon tatsächlich psychoonkologische Betreuung", hielt Univ.-Prof. Dr. Karin Kalteis fest.

Optimierung der beruflichen Reintegration von Krebserkrankten erforderlich

Dr. Gabriele Payer-Neundlinger, Allgemeinmedizinerin und Betriebsärztin bei der OMV, erklärte anhand von Beispielen aus der Praxis, wie die onkologische Rehabilitation für den beruflichen Wiedereinstieg helfen kann. "Nach der physischen und psychischen Belastung des Betroffenen durch die Auswirkungen der Krankheit und deren Behandlung, kommt es nach vollständiger Heilung oft dazu, dass sich der Patient wieder ins Berufsleben eingliedern möchte. Während im ersten Schock der Diagnose die Gedanken nur ums Überleben kreisten, kommt kurze Zeit später die bange Frage, wie unter der enormen psychischen und physischen Belastung der Berufsalltag zu meistern ist. Die Rückkehr in den Beruf gleicht einem multifaktoriellen Spannungsfeld, dem der Betroffene ausgesetzt ist. Zur Wiedereingliederung ins Berufsleben können in erster Linie regelmäßige, gezielte Therapien hilfreich sein. Der Betriebsarzt spielt als Vertrauensperson ebenfalls eine große Rolle", merkte Dr. Gabriela Payer-Neundlinger an. Wünschenswert sei es, den Dialog zwischen den Arbeitsmedizinern und den Einrichtungen für onkologische Rehabilitation zu verstärken, um die Bedürfnisse der (ehemaligen) Patienten herauszufinden, damit diese beim beruflichen Wiedereinstieg nicht über- oder unterfordert werden.

Onkologische Rehabilitation könne nur zum Teil in Kliniken erfolgen. Sinnvoller sei es, diese in einer anderen Umgebung als die eigentliche medizinische Behandlung und in eigens dafür vorgesehenen Einrichtungen durchzuführen, um den Patienten einen gewissen Wohlfühl-Effekt zu vermitteln, so Univ.-Prof. Dr. Christoph Wiltschke weiter. Ohne entsprechende Nachbehandlung würden viele Krebspatienten arbeitsunfähig, die volkswirtschaftlichen Auswirkungen seien daher nicht von der Hand zu weisen. Es erfordere einen Umdenkprozess, um die Nachsorge von onkologischen Patienten sowohl aus finanzieller, als auch aus infrastruktureller Sicht sicherzustellen, so die Diskutanten abschließend.

Die in diesem Pressetext verwendeten Personen- und Berufsbezeichnungen treten der besseren Lesbarkeit halber nur in einer Form auf, sind aber natürlich gleichwertig auf beide Geschlechter bezogen.

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