Grünewald zu Karl: Wiedereinführung von Studiengebühren löst finanzielle Probleme der Unis nicht

Karl muss ihre Verantwortung als Wissenschaftsministerin endlich wahrnehmen und darf Hochschulbereich nicht länger kaputtsparen

Wien (OTS) - Heftige Kritik am heute von Wissenschaftsministerin Karl vorgelegten 'Drei-Säulen-Modell' zur Wiedereinführung von generellen Studiengebühren übt der Wissenschaftssprecher der Grünen, Kurt Grünewald. "Die Wiedereinführung von Studiengebühren löst die finanziellen Probleme der Universitäten nicht. Es ist mehr als naiv zu glauben, Studierende könnten mit ihren Beiträgen die Unterdotierung von Lehre und Forschung wettmachen", so Grünewald und weiter: "Die finanzielle Belastung für Studierende ist bereits jetzt enorm. Karl sollte ehrlich sein und zugeben dass, um quantitativ und qualitativ auf ein europäisches Niveau von Studienbeihilfen zu kommen, vom Bund ein Mehrfaches der eingenommenen Studiengebühren investiert werden müsste und das wird wohl nie passieren. Wenn von 280.000 Studierenden nach Karls Aussagen 190.000 Studienbeiträge zahlen und von diesen 23.000 durch ihr vorgeschlagenes Modell profitieren würden, scheint hier nicht wirklich soziale Treffsicherheit gewährleistet zu sein - von einem Aufholprozess verglichen mit anderen EU-Staaten ist schon gar nicht zu reden".

"Das Jahr 2011 zum Jahr der Bildung zu erklären zeugt angesichts der gleichzeitigen Budgetkürzungen und der Gefahr, dass tausende von Studierenden im Herbst vor verschlossenen Türen stehen werden, da es den Unis und Fachhochschulen an den notwendigen Ressourcen mangelt, von besonderer Chuzpe", meint Grünewald.
Verwundert zeigt sich der Wissenschaftssprecher auch von der Ankündigung eines Hochschulplans für 2011: "Heißt das, dass in den letzten Jahren Politik ohne Plan und Strategie gemacht wurde? Dann verwundert es nur mehr wenig, dass Karl der Frage, wie man mit weniger Geld besser forschen und breiteren Schichten den versprochenen Zugang zu höherer Bildung ermöglichen will, konsequent aus dem Weg geht". Grünewald fordert Karl auf, ihre kurzsichtige Sparpolitik endlich aufzugeben und ihre Verantwortung als Wissenschaftsministerin endlich wahrzunehmen.

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