4. Wiener Gemeinderat (2)

Fragestunde

Wien (OTS) - Die fünfte Anfrage von GRin Ing. Isabella Leeb (ÖVP) an Vbgmin Mag.a Maria Vassilakou (Grüne) hatte die Nutzung der Albertinapassage zum Inhalt. Leeb fragte nach, wer die Einhaltung der Vertragsbedingungen in der Albertinapassage und die Qualität der gewählten Programmschwerpunkte kontrollieren werde. Vassilakou stellte fest, dass die Inbetriebnahme frühestens 2012 erfolge. Beurteilungen der Programmschwerpunkte seien daher noch keine getroffen worden. Die Gründe für die Verzögerung würden von ihrem Ressort geprüft und nach Maßgabe der finanziellen Möglichkeiten sorge man für eine zügige Abwicklung und Inbetriebnahme dieses neuen Veranstaltungszentrums.

Aktuelle Stunde zum Thema "Die Schule der Zukunft entsteht in Wien" eingebracht von der SPÖ

GR Heinz Vettermann (SPÖ) betonte, dass dieses Thema aufgrund der PISA-Debatte besonders aktuell sei. Das "Wiener Modell" sei speziell auf die "Wiener Bedürfnisse" zugeschnitten. So gelte es etwa, in der AHS Änderungen vorzunehmen. Durch die Differenzierung mit Lernblöcken und entsprechenden Förderstunden würden sowohl die Schwächeren als auch die Begabten gefördert. Am Lernort Schule müsse es möglich sein, den ganzen Tag mit Hilfe von Betreuung zu lernen. Daher würden diese ganztägigen Schulformen ausgebaut. Die "Schule Zukunft" starte jetzt in Wien, so Vettermann abschließend.

GRin Christine Marek (ÖVP) kritisierte, dass die "Schulproblematik" auch in Wien seit Jahren nicht gelöst werde. Man müsse sich auch die Frage stellen, wie Kinder vor dem zehnten Lebensjahr betreut würden. Die ÖVP verlange daher "einmal mehr" einen Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Betreffend der Volksschule gebe es zu viele Außerordentliche SchülerInnen, die aufgrund mangelhafter Deutschkenntnisse nicht entsprechend gefördert würden. Man brauche ganztägige Schulformen. Sie frage sich jedoch, warum dies nicht bereits vor Jahren eingeführt worden sei.

Für GRin Mag. Martina Wurzer (Grüne) müsse der Ausbau der ganztägigen Schulformen - die "Licht-, Luft- und Lernfreude" garantieren sollten - mit modernen, neuen Schulgebäuden einher gehen. Es gelte Kreativität und Interesse der SchülerInnen zu wecken. Reformpädagogische Unterrichtsformen seien daher ebenso wie modern ausgebildete LehrerInnen unerlässlich.

GR Mag. Johann Gudenus, M.A.I.S (FPÖ) sah nichts Neues und wenig Zukunftsweisendes rund um das Thema Schulpolitik. Die Ergebnisse der PISA-Studie würden ein jahrzehntelanges Versagen der Schulpolitik beweisen. Die einzige "Therapie" sei jetzt die Veränderung der Schulform. Statt dessen müssten Themen wie sprachliche Integration und Zukunftsvisionen diskutiert werden. Statt einer "SOKO Lesen" sei eine "SOKO Bildungspolitik" gefragt.

GR Dr. Wolfgang Aigner (ÖVP) erklärte, dass die Zukunft der Schule nicht mit einer Strukturdebatte gestartet werden könne. Diskussionen über Kulturtechniken wie Lesen und Rechnen wären wesentlichere Themen. Zudem gelte es das Ansehen der LehrerInnen zu stärken. Der ÖVP gehe es um "Neigung, Eignung und Vielfalt". Die Gesamtschule würde keine Probleme lösen.

GR Mag. Christoph Chorherr (Grüne) erwähnte eingangs, dass alle Parteien ein ähnliches Ziel verfolgen. Es sei jedoch völlig klar, dass vor allem im Bereich Gymnasium Änderungen vorgenommen werden müssten. Ein besonderes Augenmerk gelte den SchülerInnen, die vom Elternhaus nicht genügend gefördert würden. Die Verbesserung des Bildungssystems sei ein Hauptschwerpunkt der rot-grünen Stadtregierung, schloss Chorherr.

Für GR Dominik Nepp (FPÖ) stellte das SPÖ-Bildungsmodell kein Modell der Zukunft dar. Man handle nicht zum Wohl der SchülerInnen, sondern betreibe eine "Gleichschaltung". Erklärt werde auch nicht, wo diese "neue Schule" statt finden solle. Viele Schulgebäude würden den Anforderungen nicht entsprechen. Auch die personellen Ressourcen seien nicht gegeben. "Erst Deutsch dann Schule" sei eine weitere Forderung der FPÖ, die "für eine gelungene Reform unerlässlich" sei.

Die Wiener Mittelschule sei keine Gleichmacherei und stelle statt dessen die Individualisierung der SchülerInnen in den Vordergrund, so GR Mag. Jürgen Wutzlhofer (SPÖ) Bezug nehmend auf seine Vorredner. Es gelte Köpfe statt Ellbögen zu fördern. Die Schule müsse Bildungswege eröffnen und nicht verstellen. (Forts.) bom/bon

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