Lehrpraxis für zukünftige Hausärzte

Wien (OTS) - Die Reform des seit 1955 bestehenden Ausbildungskonzeptes zum Arzt für Allgemeinmedizin wurde im Rahmen der Wintertagung der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin vehement gefordert.

Dr. Artur Wechselberger, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer bekräftigte am berufspolitischen Abend die Notwendigkeit der Anpassung an die Erfordernisse unserer Zeit. Die Finanzierung der Lehrpraxis als wichtigste Hürde sollte dringlich umgesetzt werden. "Es darf nicht sein, dass Österreich das letzte Land ist, in dem man Allgemeinmediziner werden kann, ohne jemals eine Allgemeinpraxis von innen gesehen zu haben", formulierte der Ärztevertreter seinen Unmut über das Ausbildungssystem, das "mit seinen drei Ausbildungsjahren auch im zeitlichen Umfang den europäischen Standards hinterher hinkt".

Die Lehrpraxis ermöglicht die nach heutigen Maßstäben unbedingt notwendige Erfahrungsbildung im eigentlichen Berufsfeld der Hausärztinnen und Hausärzte. Ein sich anbahnender Hausarztmangel, wie er in Deutschland und in der Schweiz bereits Realität ist, soll mit der Reform der Ausbildung zum Arzt für Allgemeinmedizin verhindert werden. Eine bessere Ausbildung soll jungen Ärztinnen und Ärzten Anreiz, Mut und Sicherheit geben diesen Beruf zu ergreifen.

Als Antwort auf die in den letzten Jahrzehnten erfolgte Spezialisierung und Subspezialisierung der medizinischen Versorgung wird die Bedeutung der Allgemeinmedizin / Hausarztmedizin in allen Reformplänen des Gesundheitssystems - so auch in der letzten Regierungserklärung - unterstrichen. "Die tatsächliche Umsetzung ist dringlich, um eine drohende Unterversorgung der Bevölkerung im hausärztlichen Bereich zu verhindern", mahnt der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin ÖGAM, Dr. Reinhold Glehr, in Richtung Gesundheitspolitik die Umsetzung der Konzepte ein.

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