Er hat gehandelt - und verstört (von Claudia Grabner)

Ausgabe 26. Jan. 2011

Klagenfurt (OTS) - Er hat nicht lange gefackelt. Er hat gehandelt. Und damit verstört. Weil man entschlossenes Tun von der Politik nicht kennt. Sie redet. Sie lässt sich mit Lobbys, Neinsagern, Betonwänden und sonstigen Eigeninteresslern auf zermürbende Spiele ein. Sie versorgt die Republik mit Schlagzeilen. Um am langen Ende am Anfang zu sein: Sie prolongiert den Stillstand. Verteidigungsminister Norbert Darabos hat mit diesem Usus gebrochen. Er hat - völlig ungewöhnlich - seinen Generalstabschef gefeuert, der da öffentlich gegen die Abschaffung der Wehrpflicht gezündelt hat (obgleich er selbst das Modell, das von seiner Planungskommission besser bewertet wurde als der Status quo, vorgelegt hatte - was Darabos Prügler jetzt freilich totschweigen wollen) ... Selbstverständlich gibt es zur zukunftsfähigen Neugestaltung des Heeres unterschiedliche Ansichten. Selbstverständlich ließen sich diese Ansichten über Jahre breittreten. Eine beruhigende Aussicht: Sie passt ins Konzept der kollektiven Tatenlosigkeit. Wer ausschert, wird als "stalinistisch" gegeißelt. Eine Wortwahl, die weniger mit einem gefundenen Polit-Fressen zu tun hat, als dass sie sich selbst richtet.

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