"KURIER"-Kommentar von Daniela Kittner: "Chaos-Strategie"

Faymann ist dabei, seine Koalition zu ruinieren und als Kanzler zu scheitern

Wien (OTS) - Es ist zwar schon vier Jahre her, aber es klingt noch in den Ohren, wie die Parteien 2006 die Legislaturperiode verlängert haben mit dem treuherzigen Argument: Bei so vielen Wahlen kommt man nie zum Arbeiten!
Im Vorjahr wurde - wieder mit dem Hinweis auf störende Wahlen -die Arbeit am Budget verschoben.
Jetzt wären zwei wahlfreie Jahre. Aber was macht die Kanzlerpartei SPÖ? Sie inszeniert einen "Zwischenwahlkampf". Als Wahlersatzhandlung muss eine Volksbefragung über die Wehrpflicht herhalten. Zweck der Übung: Der Krone gefällig sein und dem Koalitionspartner eins drüberziehen.
Bis jetzt hat Werner Faymanns geniale Strategie allerdings nur Chaos produziert: Ein Verteidigungsminister, den die Opposition von links bis rechts zum Rücktritt auffordert, die ÖVP tät's am liebsten auch. Ein hörbar verärgerter Bundespräsident. Ein - weswegen eigentlich? - gefeuerter Armeechef. Ein Bundesheer in Existenzängsten. Und ein ruiniertes Koalitionsklima. Im Ministerrat sind gestern die Fetzen geflogen zwischen SPÖ und ÖVP.
Wenn das so weitergeht, wird die FPÖ wirklich noch Erste. Was glaubt Faymann, wer dann Kanzler wird?

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