"KURIER"-Kommentar von Helmut Brandstätter: "Heinz Fischer deutlich"

Der Oberbefehlshaber hielt sich lange zurück. Jetzt steht er im Kommandostand.

Wien (OTS) - Bundespräsident Heinz Fischer muss oft Kritik einstecken. Weil er sich selten zu Wort meldet - und wenn er es dann doch tut, muss man mit politologisch geschulten Ohren zuhören, um ihn zu verstehen.
Diesmal ist er umso klarer. Fischers Statement nach dem Termin mit Norbert Darabos konnte man nur als strengen Rüffel verstehen. Darabos muss ab sofort genau aufpassen, was er tut: Der Oberbefehlshaber lässt sich das Bundesheer nicht aus einer Truppe von aggressivem Boulevard und hilflosem Minister zerstören.
Norbert Darabos hätte weniger auf große Schlagzeilen achten sollen, dafür aber aufmerksamer den KURIER lesen. Denn Heinz Fischer hat dieser Zeitung knapp vor Weihnachten deutlich gesagt: "Ich stehe zur Wehrpflicht." Er würde aber ein Modell diskutieren, das die bisherigen Leistungen erbringt und weniger kostet.
Inzwischen ist klar, dass Darabos einem Modell zuneigt, das den Steuerzahler stärker belasten wird. Gleichzeitig hat er das ganze Heer gegen sich aufgebracht.
In aller Konsequenz heißt das: Der Minister muss eine gemeinsame Sicherheitsdoktrin vorlegen, wie das Fischer fordert - sonst muss der Bundespräsident eine Weisung erteilen. Das wäre Darabos' politisches Ende.

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