Kadenbach: EU-Parlament verlangt bessere Kooperation bei Pandemien

Ungleichheiten im Gesundheitssystem reduzieren

Wien (OTS/SK) - Zwei wichtige Abstimmungen zu Gesundheitsthemen standen heute, Dienstag, im Ausschuss für Umwelt, Volksgesundheit und Lebensmittelsicherheit des Europäischen Parlaments auf der Tagesordnung. Zum einen unterstützten die EU-Abgeordneten einen Initiativbericht über die Bewertung des Umgangs mit der H1N1-Grippe-Epedemie und zum anderen hat das Europaparlament Strategien zur Beseitigung gesundheitlicher Ungleichheiten innerhalb der Europäischen Union gefordert. Das erklärt SPÖ-EU-Abgeordnete Karin Kadenbach gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. *****

In Bezug auf H1N1 betont Kadenbach, dass vor allem die vom EU-Parlament geforderte bessere Kooperation und Koordination zwischen den Mitgliedstaaten und auch zwischen den verschiedenen Gesundheitsorganisationen wesentliche Punkte seien, um im Falle einer Pandemie effiziente Entscheidungen treffen zu können. "Es ist wichtig, gut vorbereitet zu sein, um richtig und rasch handeln zu können. Bei Pandemien zählt jeder Tag, um möglichst viele Bürgerinnen und Bürger vor der Ansteckung schützen zu können", betont Kadenbach, Schattenberichterstatterin für die H1N1-Resolution. In diesem Zusammenhang sei auch die Überarbeitung der Pandemievorbereitungspläne vonnöten. Im Sinne einer Kostenersparnis sei es zu begrüßen, dass das Parlament die Möglichkeit von Gruppeneinkäufen für Impfstoffe forcieren will. "Wenn mehrere Mitgliedstaaten gemeinsam Impfstoffe erwerben, können so bessere Preise bei den Pharmafirmen erzielt werden", unterstreicht Kadenbach.

Ebenso werden von Seiten der EU-Abgeordneten mehr Transparenz und klare Kriterien beim Management einer Pandemie eingefordert. So soll die Glaubwürdigkeit und Unabhängigkeit der Experten durch Interessenserklärungen sichergestellt werden. "Wir müssen auch dafür sorgen, dass das Vertrauen in die Empfehlungen des Gesundheitswesens nicht verloren geht", sagt Kadenbach, die darauf hinweist, dass das Europäische Parlament deshalb von den Mitgliedstaaten und von der Kommission bessere Kommunikationsstrategien fordert, damit das Impfangebot auch zukünftig genützt wird.

Lebenserwartung variiert in Europa stark

"Gesundheit und Lebenserwartung sind noch immer an das Geschlecht, die sozialen Bedingungen und die geographische Herkunft geknüpft", betont die EU-Abgeordnete. Statistiken belegen, dass im Jahr 2006 ein männlicher Europäer im Alter von 65 Jahren davon ausgehen konnte, noch 16,8 Jahre zu leben, eine Europäerin hatte mit einer zusätzlichen Lebenserwartung von 20,4 Jahren zu rechnen. Zwischen den einzelnen Mitgliedstaaten variiert dieser Wert jedoch stark, Frankreich weist die höchste Lebenserwartung auf, während sie in Lettland am geringsten ist.

Daher fordert das EU-Parlament unter anderem eine bessere Finanzierung von Projekten, die dazu beitragen, Ungleichheiten zu vermeiden und ebenso müssen sich alle Mitgliedstaaten dafür einsetzen, mehr Gerechtigkeit im Gesundheitssystem herzustellen. "Die Wirtschaftskrise hat dazu geführt, dass in einigen Staaten auch in der öffentlichen Gesundheitsversorgung gespart wird und sich viele Menschen aufgrund finanzieller Notlagen die notwendigen medizinischen Behandlungen nicht mehr leisten können. Wollen wir aber funktionierende Wirtschaft, dann brauchen wir gesunde Arbeitnehmer. Daher muss alles dafür getan werden, um die Benachteiligungen einzelner Bevölkerungsgruppen im Gesundheitssystem soweit als möglich zu verhindern", sagt Kadenbach. (Schluss) bj

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