Kärnten: Vorteile für Patienten und Gesundheitswesen

LHStv. Kaiser präsentiert EU-Pilotprojekt - 400.000 Euro Förderung für effizientere Behandlung von chronischen Krankheiten

Klagenfurt (OTS/LPD) - Um der massiven Zunahme von chronischen Krankheiten, wie Diabetes oder COPD (chronisch obstruktive Lungenkrankheit) den Kampf anzusagen, wird in Kärnten auf Initiative von Gesundheits- und Krankenanstaltenreferent LHStv. Peter Kaiser in Kürze das Pilotprojekt "Renewing Health" gestartet. Vorgestellt wurde das von der EU mit 400.000 Euro geförderte Projekt heute, Dienstag, im Rahmen einer Pressekonferenz von Kaiser, Projektleiter Hannes Steinberger (KABEG) und Gerhard Stadtschreiber von der Gesundheitsabteilung des Landes Kärnten. "Renewing Health" wird gleichzeitig in acht EU-Ländern durchgeführt, in Österreich ist nur Kärnten Projektpartner.

"Chronische Erkrankungen sind in ganz Europa ein zunehmendes Problem für die Gesundheit der Menschen und eine große Herausforderung für die Gesundheitssysteme", sagte Kaiser. "Renewing Health" biete nun die Möglichkeit, die Versorgung chronisch kranker Patienten erheblich zu verbessern, d.h. Behandlungs- und Lebensqualität zu steigern, Behandlungsabläufe effizienter zu planen und Kosten zu sparen. Konkret werden für das eineinhalbjährige Pilotprojekt jeweils 300 Typ-2 Diabetiker und 300 COPD-Patienten ausgesucht.

"Durch bessere Planbarkeit, kürzere Wege, weniger Krankentransporte, Reduzierung der Akuthospitalisierungen, effizientere Ressourcennutzung und die stärkere Patienteneinbindung ergeben sich mit diesem Projekt Verbesserungen des Krankheits- bzw. Heilungsprozesses und Kosteneinsparungen", zeigt sich Kaiser überzeugt. Das gegenständliche EU-Projekt hilft dabei, Maßnahmen umzusetzen, die im Kärntner Gesundheitswesen sowohl aus medizinischer Sicht als auch aus dem Aspekt des Schritthaltens mit der Entwicklung am IT-Sektor einfach notwendig sind.

In jeder Patientengruppe (Diabetes und COPD) werden 200 Patienten einer Interventionsgruppe zugeordnet, je 100 Patienten einer Kontrollgruppe. Erste übermitteln ihre Vital- und Lifestyleparameter (Blutzuckerwerte, Gewicht, Fragen zum Gesundheitszustand) auf elektronischem Wege mittels eines speziellen Programmes an das jeweilige Krankenhaus, wo von ärztlicher Seite sofort auf unerwünschte Veränderungen reagiert werden kann. Der Krankheits- bzw. Behandlungsverlauf kann so unter aktiver Beteiligung der Patienten überwacht werden, Behandlungen in den Spitalambulanzen und eventuell notwendige stationäre Krankenhausaufenthalte sollen so besser gesteuert werden können. Der lebenslang, tagtäglich mit seiner Krankheit konfrontierte, teilweise sich dabei alleingelassen fühlende Patient, soll mit "Renewing Health" aktiver eingebunden und informiert werden.

Die Eingabe der Daten kann auf drei Wegen erfolgen: Über das mobile EDV-System der Hauskrankenpflege des Roten Kreuzes oder über den PC von zu Hause bzw. automatisiert mittels Messgeräten, für deren Ausstattung die Telekom sorgt.

In Kärnten sind die drei KABEG-Häuser Klagenfurt, Villach und Laas in dieses Pilot-Projekt eingebunden, auch die mobile Hauskrankenpflege des Roten Kreuzes ist mit dabei. Der behandelnde Hausarzt erhält, sofern dies von den Patienten nicht untersagt wird, aufgrund der übermittelten Daten die aktuelle Statusinformation und gegebenenfalls eine Therapieempfehlung. Durch die Einbindung von Krankenhäusern, mobilen Diensten und niedergelassenen Ärzten wird eine für die "integrierte Versorgung" typische Vernetzung verschiedener Gesundheitsversorger erreicht.

Mit der Aufnahme der Patienten wird im Februar gestartet, Projektende ist im August 2012, danach werden die Ergebnisse ausgewertet. Ziel ist eine fixe Verankerung von "Renewing Health" für diverse chronische Erkrankungen sowie die langfristige Einbindung aller am Gesundheitsversorgungsprozess teilnehmender Institutionen, inklusive dem Sozial- und Pflegebereich.
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