FPÖ-Hofer zu Nabucco: Die besten Ideen kommen jedenfalls nicht von Oettinger!

Liefergarantien für Pipeline-Projekt leider nicht so groß wie Naivität der EU-Kommission

Wien (OTS) - "Die energiepolitische Naivität der EU-Kommission hätte Albert Einstein zu einem Vergleich mit dem Universum angeregt -auch sie scheint grenzenlos", urteilt der freiheitliche Umweltsprecher NAbg Norbert Hofer. "Wenn Energiekommissar Oettinger aus den doch relativ vagen Zusagen seiner Gesprächspartner anläßlich eines Besuches von Aserbaidschan und Turkmenistan meint auf Fortunas Füllhorn gestoßen zu sein, ist das eine sehr gewagte Hoffnung."

Aserbaidschan habe mit der EU im Jänner eine weithin unverbindliche, gemeinsame Erklärung über Gaslieferungen unterzeichnet, stehe aber, wie Turkmenistan, unter russischem Druck, das Projekt nicht zu unterstützen. Zudem habe Aserbaidschan kürzlich einen Vertrag über umfangreiche Lieferungen mit Russland abgeschlossen, Turkmenistan mit China Lieferungen im Umfang von 40 Milliarden cbm vereinbart. "Was bleibt, um Nabucco zu speisen, nachdem die ursprünglichen Wunschlieferländer Kasachstan und Usbekistan unverändert kein Interesse an einer Beteiligung zeigen?" fragt der FPÖ-Umweltsprecher.

"Unser besonderes Augenmerk gilt aber nach wie vor der Türkei", erläutert Hofer. "Dabei geht es nicht um die Beteiligung der türkischen Botas am Nabucco-Konsortium, sondern um die zunehmend offensive, man könnte auch sagen: dreiste Europa- Politik Ankaras. "Die Türkei, über deren Territorium knapp zwei Drittel der gesamten Nabucco-Fließstrecke laufen werden, hat sich eine Klausel vorbedungen, die auch den Gas-Transport von West nach Ost ermöglicht. Angeblich dient diese teure Extrawurst der türkischen Versorgung aus Algerien und Libyen, was aber äußerst fragwürdig scheint. Viel eher wird hier, im von Ankara angemeldeten Bedarfsfall, europäisches Gas in die Türkei fließen."

"Die Türkei erklärt zwar," so Hofer weiter, "sich von russischem Gas unabhängiger machen zu wollen, hat aber einerseits vor kurzem ein diesen Anspruch widerlegendes Abkommen - nämlich zur engeren Zusammenarbeit - mit Russland unterzeichnet und andererseits die Möglichkeit direkt auf das für die EU gedachte Gas aus Nabucco bzw. vermutlich sogar die Erdgasreserven der EU-Mitgliedsländer zuzugreifen. Das ist der wahre Hintergrund der reverse-flow-Klausel. Ganz nebenbei kassiert die Türkei, die sodann die Kontrolle über die auf der neuen Versorgungsroute laufenden EU-Erdgaslieferungen in Händen hätte, 450 Millionen Euro jährlich für den Gastransfer über ihr Territorium. Eine dreifache Win-Situation für das islamisch-asiatische Land und ein drohender Mega-Flop für Europa. Herr Oettinger sollte deshalb von seiner Pipeline-Propaganda Abstand nehmen und auf die Euphorie-Bremse steigen."

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