ÖAMTC: Schock, Nachlässigkeit und falsche Reaktionen führen zu Folgeunfällen auf Pannenstreifen

Gefahr minimieren durch richtiges Verhalten und Tragen von Warnwesten

Wien (OTS) - Man bleibt stehen, um eine Unfallstelle abzusichern, einem Verunglückten zu helfen oder weil einem Mitreisenden schlecht ist. "Es gibt viele Gründe, warum sich Menschen am Pannenstreifen oder am Straßenrand aufhalten. Leider kommt es in solchen Situationen immer wieder zu tödlichen Folgeunfällen wie heute Früh auf der West Autobahn", sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Marion Seidenberger. Im Vorjahr starben auf Österreichs Straßen neun Personen nach vorangegangenen Unfällen, Zwischenfällen oder Pannen. Einige davon befanden sich außerhalb des Autos, andere saßen im stehenden Fahrzeug. Im Jahr 2009 gab es 14 solche tödlichen Unfallereignisse, bei denen 16 Menschen getötet wurden. Diese tragischen Vorfälle finden in großem Maß auf Autobahnen statt (rund 80 Prozent), aber auch auf Schnell- und Landesstraßen (Quelle: BMI).

Hauptauslöser für falsche Handlungen und Reaktionen nach einem Unfall ist der Schock. Auch wenn es keine gesicherte Datenaufzeichnung dazu gibt, ist anzunehmen, dass zusätzlich schlechte Sicht durch Dunkelheit und Witterung in Verbindung mit geringem Abstand und zu hohem Tempo eine Rolle spielen. "Wenn plötzlich ein Mensch, zumeist ohne Warnweste, auf der Fahrbahn umherirrt, hat man auch bei angepasstem Tempo und Abstand kaum eine Chance auszuweichen oder rechtzeitig anzuhalten", sagt die ÖAMTC-Expertin. "Meistens geht es um sehr wenige Zentimeter, die zur Sicherheit fehlen." Auch Erschreckensunfälle können Auslöser für schwere Folgeunfälle sein. "Das Auto steht am Pannenstreifen, der Lenker reißt die Tür auf, ein anderer Fahrer erschrickt, verreißt das Steuer und das schleudernde Fahrzeug erfasst einen Helfer am Straßenrand", schildert die ÖAMTC-Expertin. Manchmal reicht der Sog eines vorbeifahrenden Schwerfahrzeugs, der eine oft unbeteiligte Person mitreißt.

Nach einem Unfall Ruhe bewahren und weg von der Straße

Nach einem Unfall ist die Aufregung meist groß, auch wenn es sich nur um einen Blechschaden handelt. "Vor allem in den ersten Minuten nach einem Zwischenfall passieren leicht Fehlhandlungen", sagt ÖAMTC-Verkehrspsychologin Seidenberger. In solchen Fällen muss man aber Ruhe bewahren. Ein geordnetes Vorgehen hat oberste Priorität, das Sicherheitsdenken muss an erster Stelle stehen. Jedes Hantieren am Auto im Fahrbahnbereich birgt Gefahr. Wer im Notfall am Straßenrand oder am Pannenstreifen hält, sollte daher ein paar Grundregeln beachten:

  • Auto so weit wie möglich rechts am Pannenstreifen abstellen. Wenn möglich, bis zum nächsten Parkplatz, zu einer Pannenbucht oder Straßenmeisterei fahren.
  • Warnweste beim Verlassen des Fahrzeugs unbedingt anziehen.
  • Vor dem Türeöffnen vergewissern, dass der Ausstieg ungefährdet möglich ist.
  • Kinder und Tiere nie alleine im Auto oder unbeaufsichtigt am Straßenrand stehen lassen.
  • Geschockte Personen niemals alleine auf der Fahrbahn zurücklassen. "Man sollte sie nicht nur in Sicherheit bringen, sondern nach Möglichkeit auch beaufsichtigen", rät die ÖAMTC-Expertin.
  • Im Handyzeitalter braucht man nicht mehr zu nächsten Notrufsäule gehen, sondern wählt am besten die Euro Notrufnummer 112.
  • Bis zum Eintreffen der Helfer so weit wie möglich von der Fahrbahn wegtreten, hinter Leitschienen, Lärmschutzwänden, Böschungen etc. warten.

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