Flussbau im Nationalpark Donau-Auen: Keine Panik!

Nicht ins Bockshorn jagen lassen

Wien (OTS) - Vor übertriebener Panik beim Nationalpark Donauauen warnt die Umweltorganisation VIRUS. "Die Rückbaumaßnahmen an der Donau müssen und werden weitergehen, darüber herrscht Einigkeit. Der derzeit propagierte Scheinnaturversuch junktimiert aber ein bißchen Rückbau mit problematischen Maßnahmen, die bisher einer ausreichenden rechtlichen Prüfung entzogen wurden," betont Sprecher Wolfgang Rehm.

Für VIRUS ist es zentrales Anliegen zu betonen, dass der geplante Einsatz eines ökologisch negativ bewerteten Grobkornteppichs auf ca. 7% der Gesamtstrecke keinesfalls gleichbedeutend ist mit der ehebaldigsten Stabilisierung der Donausohle, zumal die Brennpunkte der aktuellen Sohleintiefung nicht in der "Versuchsstrecke" liegen würden. In Wahrheit bedeute dies anstelle der Ergreifung von Sofortmaßnahmen die in größerem Maßstab wirken, lange Verzögerung und Nichthandeln. "Da haben sich wieder einige honorige Herren ins Bockshorn jagen lassen, ohne viel nachzudenken, aber das Instrumentalisieren gutgläubiger Mitmenschen hat im Umfeld des Flussbauprojekts leider Methode," kritisiert Rehm. Nicht überall, wo "Naturversuch" draufstehe sei, wie die UmweltschützerInnen betonen auch Naturversuch drin. "Für Unkundige ist nicht erkennbar dass die geplante Grobkiesauflage im Bereich Hainburg nicht unter jenen Bedingungen getestet werden kann, wie sie nach Umsetzung des Gesamptrojekts gegeben sein würden." VIRUS bewertet es daher als wenig hilfreich, wenn sich jetzt jene zu Wort melden, die weder die fachlichen noch die rechtlichen Unterlagen sorgfältig geprüft und bearbeitet haben. Der Naturschutzbund Niederösterreich, der jetzt im Gegensatz zu seinem Wiener Pendant und der Gesamtorganisation eine weniger kritische Haltung zum "Naturversuch" zu signalisieren beginnt, habe immerhin auch ohne direkt damit befasst zu sein auf die Notwendigkeit der Erfüllung aller naturschutzrechtlichen Erfordernisse hingewiesen. "Wenn ich mir dann noch ansehe, dass auch diese Organisation im UVP Verfahren auf die Gefährdung von Schotterlebensräumen hingewiesen hat, die aber im ursächlichen Zusammenhang mit der Entdynamisierung des Donaustroms durch Grobschotter steht, dann sehe ich hier noch erheblichen Aufklärungsbedarf," so Rehm.

Der nicht in der "Versuchsstrecke" liegende Uferrückbau Thurnhaufen sei wunderschön anzuschauen und werde daher bevorzugt für Medienpräsentationen herangezogen. Für VIRUS ist er neben der Pionierleistung auch ein Zeichen für inkonsequentes Vorgehen. "Während Blocksteinwürfe der hart verbauten Ufer entfernt wurden, hat man neue Fußsicherungen geschüttet, die sieht man nur bei extremem Niedrigwasser, jedenfalls nicht beim aktuellen Wasserstand" erläutert Rehm. "So wird diese Öko-Perle aber auch zum Gleichnis für jene Dinge, die beim Flussbauprojekt der via donau unter der Oberfläche verborgen sind," so Rehm abschließend.

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Wolfgang Rehm
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virus.umweltbureau@wuk.at
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