"Christen müssen sich an der politischen Verantwortung beteiligen"

Syrisch-orthodoxer Chorbischof beim Gottesdienst des Ökumenischen Rates zur "Weltgebetswoche für die Einheit der Christen" - Achtung Sperrfrist, Fr., 21.1., 18.30 Uhr

Wien (OTS) - =

Wien, 21.01.11 (PEW) Die Christen müssen sich an der
politischen, kulturellen und sozialen Verantwortung beteiligen. Dies betonte der syrisch-orthodoxe Chorbischof Emanuel Aydin beim offiziellen Gottesdienst des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich zur "Weltgebetswoche für die Einheit der Christen". Der ökumenische Gottesdienst fand in der methodistischen Kirche in der Sechshauser Straße in Wien-Fünfhaus statt. Die "Schritte der Ökumene" entwickeln sich oft "im Verborgenen", betonte der syrisch-orthodoxe Bischof. Dass die Christen heute gemeinsam beten, sei aber eine "große Entwicklung". Gerade das gemeinsame Gebet trage dazu bei, die Spaltungen abzubauen und "das Verständnis, das Vertrauen und die Liebe" unter den getrennten Christen wachsen zu lassen. Es gehe darum, miteinander als "Versöhnte" zu leben, "im Vergeben und in der Bitte um Vergebung". Wörtlich meinte Bischof Aydin: "Unser Miteinander besteht nicht in einer Organisation, es ist vielmehr eine Gemeinschaft in Christus, der uns Freunde nennt". "Gemeinsam den Willen Gottes zu lernen, zu leben und zu verwirklichen", sollte das Ziel der Ökumene sein.

In seiner Predigt nahm der syrisch-orthodoxe Chorbischof auch auf die Frage der Interkommunion Bezug: "Die Gemeinschaft erhält die höchste Weihe und die stärkste Festigkeit dadurch, dass sich die Christen im Opfermahl Christi zusammenschließen. Die Christen verschiedener Konfessionen tun das auf unterschiedliche Weise. Aber sie alle tun das, was Jesus tat". Es müssten daher "alle Hindernisse beseitigt werden, die die Gläubigen verschiedener Konfessionen daran hindern, an dieser Gemeinschaft teilzunehmen". Aydin: "Wir wollen dem Einswerden des Volkes Gottes dienen, dennoch aber in Gemeinschaft mit den eigenen Kirchen bleiben".

Bei ökumenischen Veranstaltungen gehe es nicht in erster Linie darum, eine "ökumenische Pflicht zu erfüllen", sagte der syrisch-orthodoxe Chorbischof im Hinblick auf die "Weltgebetswoche für die Einheit der Christen", die heuer unter dem Motto "Zusammen glauben, feiern, beten" stand. Vielmehr komme es darauf an, den "Geist der Gemeinschaft" unter den Gläubigen zu stärken. Aydin: "Wir erleben oft, dass der einzelne Christ, der auf sich selbst gestellt ist, mitten unter Andersdenkenden leicht wankt, in der Gemeinschaft aber bleibt er standhaft. Die Gemeinschaft ist eine Wohltat für den Guten und für den Schwankenden. Der Gute wird bestärkt, der Schwankende wird von der Gemeinschaft aufgefangen und zum Guten zurückgeführt". Die von Jesus begründete Kirche sei "nicht etwa nur ein Verein von Menschen, die wieder auseinander gehen können, sondern eine heilige Gemeinschaft". (forts mgl)

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