"Kultur im Gespräch" am 24. Jänner um 19:45 Uhr auf TW1

Anlässlich des 200. Geburtstages von Franz Liszt hat sich Barbara Rett in dessen Geburtsort Raiding auf musikalische Spurensuche begeben.

Wien (OTS) - 2011 ist Liszt-Jahr. Grund genug, den Superstar des
19. Jahrhunderts und das heurige Liszt Festival in den Mittelpunkt der nächsten Folge des neuen TW1-Gesprächsformates rund um Österreichs Kulturevents zu stellen.
Das Wunderkind Franz Liszt wurde als Pianist, Komponist, Dirigent sowie Selbstdarsteller kultisch verehrt. "Heute ist sein Name bekannt, nicht aber sein Werk", bedauert Kulturexpertin Barbara Rett. Seinen 200. Geburtstag nimmt sie zum Anlass, sich der schillernden Persönlichkeit zu erinnern und Liszt auch musikalisch wieder zu entdecken.

Beim Besuch des Liszt Zentrums im kleinen burgenländischen Dorf Raiding hat sie das weltweit geschätzte Klavierduo, die Intendanten und künstlerischen Leiter des Liszt-Jahres 2011 getroffen: die Brüder Eduard und Johannes Kutrowatz. Franz Liszt gilt für sie als "Urvater des Klavierspielens". Sie sehen ihn als großen Humanisten und Freigeist des 19. Jahrhunderts: "Diesen Platz muss man ihm wieder einräumen." Das Liszt-Jahr 2011 ist für die Brüder Kutrowatz ein Startschuss - der Ausgangspunkt für eine globale Liszt-Pflege: "Wir tun alles erdenklich Mögliche, um das in die Wirklichkeit umzusetzen."

Dass von Liszts riesigem Gesamtwerk nur ungefähr fünf Prozent bekannt sind und der grandiose Musiker auch für Barbara Rett als großer Unbekannter gilt, sieht das Klavierduo nicht zuletzt auch in der politischen Diskreditierung von Franz Liszt nach dem zweiten Weltkrieg begründet: "Er war ein missbrauchter Komponist" - so glorreich mögen diese Zeiten wohl nicht gewesen sein."

Dennoch galt und gilt er nach wie vor für viele als "Gott des Klaviers". "Was Liszt auf der Bühne verkörpert hat, war mit Magie umgeben", schwärmen die Brüder. "Le concert c'est moi", mit diesem Satz hat Liszt Musikgeschichte geschrieben. Denn Konzerte, wie man sie heute kennt, gab es früher noch nicht. Liszt - der Mephisto des Klaviers und Erfinder des Soloauftritts. "In jedem Fall ein genialer Musiker", betont die Kulturexpertin und freut sich zum Abschluss auf ihren persönlichen Auftakt zum Liszt-Jahr: Eduard Kutrowatz spielt Franz Liszts Liebestraum Nr. 3.

Das Liszt Festival

Die Franz Liszt Gesellschaft Burgenland wurde im Jahr 2003 gegründet, um die Pflege des Werkes von Franz Liszt zu intensivieren. Im Mittelpunkt des Liszt Festivals steht das Gesamtwerk von Franz Liszt. Den Besuchern wird die Möglichkeit geboten, die Musik des Ausnahmekünstlers an dessen Geburtsort mit den besten Interpreten der Welt zu erleben. Mit der im Jahr 2006 eröffneten Hightech-Konzerthalle gegenüber Liszts Geburtshaus konnte sich das Liszt Zentrum international positionieren.

Kurzbiografie Franz Liszt

Geboren am 22. Oktober 1811 in einfachen Verhältnissen im burgenländischen Raiding gilt Franz Liszt als Schöpfer einer völlig neuartigen Klaviermusik und eines zukunftsweisenden Kompositionsstils. Geleitet von der Vision, seine Gedanken hinaus in die Welt zu tragen, beeindruckte er mit seiner einzigartigen Vortragsweise und seiner Virtuosität bei seinen Konzertreisen durch Europa in den bedeutendsten Metropolen. Liszt reiste nicht - er raste durch Europa und wurde dabei vom Publikum vergöttert.
Den Grundstein für seine Karriere legte ihm sein Vater. Franz Liszt wurde zum Wunderkind getrimmt. Das Notenschreiben brachte er sich im Alter von sieben Jahren noch selbst bei und sein erstes Konzert gab er als Neunjähriger. Als Liszts Vater allerdings das außergewöhnliche Talent seines Sohnes erkannte, setzte er alles daran, ihn in diese Richtung verstärkt zu formen. Um seinem Sohn eine qualifizierte künstlerische Ausbildung in Wien bei Carl Czerny und Antonio Salieri finanzieren zu können, verkaufte der Vater Vermögensgegenstände und nahm unbezahlten Urlaub. Verzichte, die sich lohnten, denn schon bald verdiente Liszt den Unterhalt der ganzen Familie.

Liszt dirigierte in vielen Musikmetropolen Europas und fand teils Zustimmung, teils heftige Ablehnung - hauptsächlich aufgrund seines Dirigierstils. 36 Mal dirigierte er Werke von Richard Wagner, der ihm besonders nahe stand. Ab 1861 dirigierte er fast nur mehr eigene Werke. Das Gesamtwerk Liszts ist in seinem Umfang und der Vielfältigkeit unvergleichlich. Der englische Musikwissenschaftler Humphrey Searle stellte ein systematisches Werkverzeichnis zusammen und kam auf 702 Titel - allerdings ohne Liszts literarische Werke. Liszt übte auch als Pädagoge großen Einfluss aus - zu seinen Schülern zählten u.a. Hans von Bülow, Carl Tausig und Peter Cornelius. Am 31. Juli 1886 starb Franz Liszt an den Folgen einer Lungenentzündung.

"Kultur im Gespräch"

Die neue TW1-Gesprächsreihe mit Barbara Rett rund um Österreichs Kulturfestivals. Der Sender bietet der österreichischen Kulturfestivalszene bewusst eine Plattform, auf der sie sich vor Ort präsentieren kann. Im Fokus stehen dabei weniger die "großen" Festivals und Festspiele wie Salzburg oder Bregenz, sondern vielmehr die spezialisierten Kulturevents. Barbara Rett wird vor Ort in Hintergrundgesprächen die Reichhaltigkeit der österreichischen Kulturlandschaft präsentieren.

Sendezeiten:

Erstausstrahlung am Mo, 24.1.2011 um 19:45-20:15 Uhr

Weitere Ausstrahlungen am Di, 25.1.2011 um 22:45-23:15 Uhr, Mi, 26.1.2011 um 16:05-16:35 Uhr, Do, 27.1.2011 um 13:05-13:35 Uhr und Fr, 28.1.2011 um 17:05-17:35 Uhr

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