LBG: Anstieg des Agrarpreis-Index im November 2010 gestoppt

Agrarpreise 2009 knapp auf Niveau von EU-Beitritt - Agrarprodukte inflationsdämpfend

Wien (OTS/aiz) - Die seit dem Februar 2010 aufwärts weisende und
im sogenannten Agrarpreis-Index abgebildete Entwicklung der Erzeugerpreise für pflanzliche, tierische und forstliche Produkte einschließlich öffentlicher Gelder wurde, so die LBG Wirtschaftstreuhand in ihrem jüngsten Bericht, im November 2010 mit einem leichten Minus von 0,2% auf einem Wert von 108,5 (100 = 1995) wieder gestoppt. Im Jahresvergleich zum November 2009 mit einem Wert von 99,0 ergibt sich jedoch eine deutliche Steigerung.

Agrarpreise 2009 knapp auf Niveau von EU-Beitritt - Agrarprodukte inflationsdämpfend

Auch im Zehnjahresvergleich sind die Agrarpreise gestiegen, und zwar von 92,2 auf 99,7 im Jahr 2009, womit aber der Ausgangswert von 1995 immer noch nicht zur Gänze erreicht, geschweige denn übertroffen wurde. Das heißt, die Erlöse aus der Agrarproduktion sind seit dem EU-Beitritt nicht gewachsen und konnten nicht einmal einen Ausgleich für die allgemeine Inflation erreichen. Damit blieben Agrarrohstoffe in Österreich seit 1995 kaum inflationsrelevant - sondern wirken im Gegensatz sogar inflationsdämpfend -, zumal der Agrarpreis-Index ja nicht nur die Produktpreise wiedergibt, sondern auch die öffentlichen Gelder, die Preiseinbrüche noch abschwächten.

Im Zweijahresvergleich zeigt die LBG auf, dass die Agrarpreise, ausgehend von einem hohen Niveau im November 2008 - die letzte Spitze der Agrarpreise mit einem Jahres-Agrarpreis-Index 2008 von 109,8 Punkten -, bis in den November 2009 deutlich gefallen sind und sich erst da wieder bei 99,7 Punkten erfangen haben.

Preiseinbrüche durch öffentliche Gelder gedämpft

Die Zehnjahreskurve wiederum zeigt, dass die ersten Jahre Österreichs in der EU von 1995 bis 2000 von einem Sinken der Agrarpreise auf 92,2 Punkte von ihrem Ausgangswert 100 (=1995) gekennzeichnet waren und seit der Jahrtausendwende dann wieder weitgehend kontinuierlich eine Erholung eintrat, wobei 2005 der Ausgangswert wieder erreicht war und 2008 mit 109,8 die bisherige Spitze erklommen wurde. 2009 trat dann allerdings ein herber Verfall um 9,2% ein, weil die Erzeugerpreise für Milch, Getreide, Schlachtschweine und Rinder eingebrochen sind. Dies zeigt, welches Risiko die extreme Preisvolatilität für die Agrareinkommen darstellt. Der Absturz 2009 wurde nur durch einen Zuwachs der öffentlichen Gelder um 6,8% etwas gebremst.

Der Agrarpreis-Index wird auch bei vielen Pachtverträgen zur Vereinbarung der Wertsicherung herangezogen.
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