Ethikunterricht: Wachsende Zustimmung auch von kirchlicher Seite

Schulamtsleiterin Mann für Übernahme der Schulversuche ins Regelschulwesen

Wien, 21.01.11 (KAP) Auf immer größere Zustimmung trifft die aktuell diskutierte Forderung nach einem verpflichtenden Ethikunterricht für Oberstufenschüler, die nicht am Religionsunterricht teilnehmen. Unterstützung kommt dabei aus der katholischen Kirche: So haben sich am Freitag neben der Vorsitzenden der kirchlichen Schulämter auch die Arbeitsgemeinschaft der katholischen Verbände Österreichs (AKV) und die Arbeitsgemeinschaft der Religionspädagogen im Bereich der Universitäten und Hochschulen zu Wort gemeldet. Sie fordern eine rasche Einführung des Ethikunterrichts und eine fundierte Ausbildung der künftigen Ethiklehrer.

So konkretisierte etwa die Leiterin des Interdiözesanen Schulamtes (IDA), Christine Mann, dass sie bereits seit Jahren für die stufenweise Einführung des Ethikunterrichts, beginnend vorerst mit der Oberstufe, plädiere und darüber verhandle. Und im Blick auf die bestehenden Schulversuche fügte Mann auf "Kathpress"-Anfrage hinzu, dass ihr "kein anderer Schulversuch bekannt" sei, "bei dem es solch breite und langfristige österreichweite Erfahrungen gibt". Daher sei es nun "an der Zeit, dass sich endlich etwas bewegt in Richtung einer Übernahme in das Regelschulwesen und zuvor einer Vereinheitlichung der Lehrpläne."

Als Begründung für einen Ethikunterricht neben dem Religionsunterricht sagte Mann, dass es in einer pluralistischen Gesellschaft eben keinesfalls nur religiöse Wertbegründungen, sondern eben auch säkulare gäbe. "Beide Quellen sind zusammenzuführen und in Dialog miteinander zu bringen. Es geht hier nicht um Konkurrenz, sondern um die Ermöglichung von systematischer und dialogisch angelegter ethischer Bildung auch für jene Schüler, die - aus welchen Gründen auch immer - an keinem konfessionellen Religionsunterricht, sei es als Pflicht-oder Freifach, teilnehmen", führte die IDA-Vorsitzende aus.

Das sei auch "eine genuine Verantwortung des Staates, insbesondere in einer Zeit, in der die gemeinsame gesellschaftliche Wertebasis immer schmäler wird", hob Christine Mann hervor. Aus diesem Grund sehe man kirchlicherseits einer parlamentarischen Enquete "mit großem Interesse" entgegen, zumal eine solche schon zweimal abgesagt worden sei.

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