Heinisch-Hosek zu 100 Jahre Bruno Kreisky: Nach Kreisky hat die Welt für Frauen um Vieles freier und offener ausgesehen

Der Jahrhundertpolitiker hat die Frauenpolitik institutionalisiert

Wien (OTS/SK) - "Der Jahrhundertpolitiker Bruno Kreisky hat mit seinen grundlegenden und nachhaltigen Reformen und seinem partizipatorischen Zugang zu Demokratie und Politik Enormes für die Frauen geleistet. Ja, man muss ohne jede Übertreibung sagen: Nach Kreisky hat die Welt für Frauen um Vieles freier und offener ausgesehen", würdigte SPÖ-Frauenvorsitzende und Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek am Freitag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst Bruno Kreisky, der morgen seinen 100. Geburtstag hat. ****

Die Ära Kreisky brachte den Frauen etwa einen neuen, gleichberechtigten familiären Status. Vor der Familienrechtsreform, dem zivilrechtlichen Großprojekt der 1970er Jahre, galt ein Familienrecht, das auf das Allgemeine Bürgerliche Gesetzbuch des Jahres 1811 zurückgeht. "Vor vier Jahrzehnten war noch gesetzliche Realität, was heute kaum mehr vorstellbar ist: Der Mann war das Oberhaupt der Familie und Frau und Kinder waren seinem Führungsanspruch unterstellt. Der Mann allein bestimmte den Wohnsitz der Familienmitglieder, Frau und Kinder mussten ihm folgen. Was, wie man sich gut vorstellen kann, Frauen in kritischen Situationen, wie etwa im Zuge einer Scheidung oder bei familiärer Gewalt, in oft ausweglose Situationen führte", erläuterte Heinisch-Hosek.

In die Ära Kreisky fallen neben der Familienrechtsreform frauenpolitische Errungenschaften wie das Gleichbehandlungsgesetz, wodurch die Unterscheidung zwischen Frauen- und Männerlöhnen in den Kollektivverträgen der Vergangenheit angehörten. Oder der Mutter-Kind-Pass, die Verlängerung der Schutzfrist nach der Geburt, die Anrechnung der Karenzzeit für die Pension, die Unterhaltsbevorschussung für Kinder, deren Väter sich der Zahlung entziehen sowie die österreichweite Einrichtung von Frauenhäusern. Integrations- und Mobilisierungsfaktor der Frauenbewegung in den 70er Jahren aber war der Kampf um die Fristenlösung, die schließlich im neuen Strafgesetzbuch festgeschrieben und nach heftigen und langwierigen politischen Auseinandersetzungen in Kraft getreten ist.

Immer bemüht, gesellschaftliche Strömungen zu erkennen und die politischen Schlüsse daraus zu ziehen, löste Kreisky 1979 mit der Bestellung Johanna Dohnals zur Staatssekretärin für Frauenfragen -und später unter Franz Vranitzky zur Frauenministerin - die Frauenpolitik aus den Bereich der Familienpolitik heraus. "Damit wurde die Frauenpolitik institutionalisiert - seitdem gibt es in jeder SPÖ-Regierung eine Frauenministerin, die es als ihre ursächliche Aufgabe ansieht, die Gleichstellung der Frauen voranzutreiben", so Heinisch-Hosek. (Schluss) up

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