Urteil zu Griechenland-Abschiebungen: Weckruf für Innenministerin Fekter!

Richtungsweisendes Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte in Sachen Griechenland-Abschiebungen

Wien (OTS) - Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat heute ein richtungsweisendes Urteil gefällt: Die Abschiebung eines afghanischen Asylsuchenden aus Belgien nach Griechenland war ein Verstoß gegen die Menschenrechte. SOS Mitmensch erneuert daher seine Forderung nach einem sofortigen generellen Abschiebestopp nach Griechenland sowie in andere Länder, die über kein menschenrechtskonformes Asylsystem verfügen.

Wie katastrophal die Zustände im griechischen Asylwesen wirklich sind, lässt sich anhand der Aussagen von in Österreich gestrandeten Jugendlichen beschreiben, die der Asylhölle in Griechenland entfliehen konnten. Diese Jugendlichen berichten von Unterversorgung und von Misshandlungen in Griechenland. Ein 17-jähriges Mädchen sagt wörtlich: "Es gab nicht genug zu essen und schreckliche Hygienebedingungen. Ich erschaudere, wenn ich an meinen Aufenthalt in Griechenland zurückdenke." Andere Jugendliche berichten von Massenzellen und von Schlägen durch die Polizei. Die Interviews mit den Jugendlichen wurden von der EU-Grundrechteagentur gemacht und Anfang Dezember veröffentlicht.

"Der Umgang mit Hilfe suchenden Menschen ist die Nagelprobe für den humanitären Reifegrad einer Gesellschaft. Es ist daher allerhöchste Zeit, dass die Innenministerin ihre Trotzhaltung ablegt und eine menschenrechtskonforme Haltung in Asylfragen einnimmt", so Alexander Pollak, Sprecher von SOS Mitmensch.

"Es darf nicht sein, dass Menschen, die bei uns Schutz suchen, egal ob es sich um Kinder, Jugendliche oder Erwachsene handelt, von Österreich zurück in die Schutzlosigkeit abgeschoben werden.", betont Pollak.

Rückfragen & Kontakt:

SOS Mitmensch
mailto: apo@sosmitmensch.at
Tel.: +43 664 512 09 25

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SMM0001