Erster Kongress der Gesundheitsberufe im Zeichen von Qualität und Patientensicherheit 1

Dorner warnt vor Ökonomisierung - Gesundheit ist keine Ware - Abgrenzung von gewerblichen Berufen

Wien (OTS) - Zunehmende Ökonomisierungstendenzen und wachsende Herausforderungen im Gesundheitssystem, die klare Abgrenzung von gewerblichen Berufen, die in den Gesundheitsbereich drängen, demografische Veränderungen wie zunehmende Überalterung: Den gesetzlich verankerten Gesundheitsberufen weht ein rauer Wind entgegen - dem will man jetzt mit vereinten Kräften widerstehen. Mit der Gründung der österreichischen Gesundheitsberufekonferenz im Mai 2009 wurde ein erster Schritt gesetzt. Am Mittwoch präsentierten sich die 23 Mitgliedsorganisationen erstmals bei einem gemeinsamen Kongress.

"Wir wollen Mitsprache bei politischen Entscheidungen. Die Gesundheitsberufe wurden schon viel zu lange ignoriert", hielt der Präsident der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), Walter Dorner, in seinem Eröffnungsstatement fest. In Fragen der Versorgung und Qualitätssicherung müssten die Gesundheitsberufe einbezogen werden, ihre Fachkompetenz und -expertise sei unerlässlich, betonte Dorner. Der Fokus liege dabei selbstverständlich auf dem Patienten, der ganzheitlich versorgt werden müsse. Dorner: "Es geht uns um ein integratives Bemühen um unsere Patientinnen und Patienten, um Zuwendung und Empathie sowie um eine qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung. Dies können wir nur zusammen erreichen." Die Gesundheitsberufekonferenz verstehe sich insofern auch als eine Plattform des Miteinanders und der Kommunikation, die sich darüber hinaus scharf von ökonomischen Tendenzen abgrenzen wolle. "Der Patient ist kein Kunde und Gesundheit keine Ware", so Dorner. Das Gesundheitssystem müsse von ökonomischen Zwängen befreit werden, und hoher administrativer Aufwand dürfe nicht länger zu Lasten der Qualität gehen, sagte der ÖÄK-Präsident.

Qualität im Gesundheitswesen könne aber nur dann gesichert werden, wenn man gewerblichen Berufen, die ins Gesundheitssystem hineindrängen, einen Riegel vorschiebe. Dorner: "Wir wehren uns gegen die verheerende Tendenz, Gesundheitsberufe zu Lehrberufen zu machen, und wir wehren uns gegen die Entprofessionalisierung von Gesundheitsleistungen." Auch die zunehmende Ökonomisierung müsse gestoppt werden. Im Interesse der Bevölkerung müsse alles daran gesetzt werden, dass Leistungen der Gesundheitsberufe nicht zur Dienstleistung verkommen. Zusätzlich gelte es auch, die Zukunft im Auge zu behalten und junge Menschen zu motivieren, einen Gesundheitsberuf zu ergreifen. "Der attraktivste Beruf, den es gibt, ist es, den Menschen zu helfen und für die Menschen da zu sein", appellierte Dorner an die Jugend. (Forts.) sl

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